Postbank Digitalstudie 2021

Video-Calls ersetzen zunehmend Treffen mit Familie und Freunden

Die Corona-Pandemie hat in vielen Bereichen Umbrüche gebracht, auch die Internetnutzung der Bundesbürger hat sich verändert. Mehr Deutsche als je zuvor kommunizieren laut Postbank-Digitalstudie online per Video-Chats.

Jörg Schamberg, 10.06.2021, 09:41 Uhr
Zoom VideokonferenzNicht nur beruflich, auch mit Familie und Freunden wurden während der Pandemie verstärkt Video-Calls über Zoom & Co. genutzt.© Zoom Video Communications, Inc.

Die Corona-Pandemie hat deutliche Auswirkungen auf die Internetnutzung der Deutschen. Laut der repräsentativen Postbank Digitalstudie 2021 haben 74 Prozent der Bundesbürger ihre sozialen Kontakte während des Lockdowns virtuell gepflegt. 50 Prozent der Befragten haben ihre Freizeit im Internet verbracht und Online-Sportkurse oder Musikveranstaltungen besucht. Persönliche Begegnungen im Freundeskreis und in der Familie wurden zunehmend durch Video-Calls ersetzt. Für 43 Prozent der Deutschen seien solche virtuellen Treffen bereits ein festes Ritual. In der Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen nutzen 59 Prozent Video-Meetings häufiger. Für die Studie wurden im Januar und Februar 2021 3.048 Deutsche befragt.

Eine Minderheit fühlt sich in Pandemie überfordert mit der Technik

"Moderne Technologien sind aktuell für viele ein Segen. Die Mehrheit in unserem Land ist froh, trotz Lockdown und Infektionsschutz über das Internet Kontakt zu Freunden und Familie halten oder dort sogar Hobbies nachgehen zu können", so Thomas Brosch, Leiter Digital Vertrieb bei der Postbank.

Doch für eine Minderheit, die mit der Technik überfordert sei und sich nicht auskenne, sei das Internet eher ein Fluch. Solche Menschen könnten sich schnell sozial abgehängt fühlen. Immerhin fast jeder Dritte gab an, sich wenig mit Apps und anderen Programmen für virtuelle Treffs auszukennen. Das betreffe nicht nur Ältere, sondern auch viele Jüngere. 40 Prozent der unter 40-Jährigen fühle sich sozial abgehängt.

Wegen veralteter Geräte oder einer langsamen Internetverbindung seien sie benachteiligt und könnten etwa Homeschooling-Angebote, Sportkurse und Chats mit Freunden nicht nutzen. Das ist gerade in dieser Altersgruppe nicht ideal: 45 Prozent der 18- bis 39-Jährigen gaben an, dass sie häufiger per Video-Calls kommunizieren. Ebenfalls 45 Prozent habe sich während der Pandemie verstärkt mit dem Streaming von Filmen und Serien beschäftigt.

Gestiegene Nachfrage nach Nachrichten aus dem Netz

Wichtig seien während der Corona-Krise über alle Generationen hinweg das Lesen von Nachrichten im Netz. 43 Prozent haben täglich Nachrichten gelesen oder geschaut. Insgesamt habe die Suche nach Informationen zugenommen. Elf Prozent der Befragten, die künftig das Internet stärker nutzen möchten, wollen nicht auf Nachrichtenseiten verzichten. Jeder Zweite wolle in den kommenden zwölf Monaten auf mehr News aus dem Netz zugreifen.

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