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Verschlüsselung schützt beschlagnahmte Snowden-Daten

Britische Behörden nahmen dem Lebensgefährten von Snowden-Journalist Glenn Greenwald Computer und USB-Sticks ab. Doch an die Informationen darauf kommen sie wahrscheinlich nicht: Die Daten seien speziell gesichert, sagte Greenwald. Er kündigt weitere Berichte an.

21.08.2013, 11:38 Uhr (Quelle: DPA)
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Pech für die britischen Behörden: Die digitalen Daten zu den Snowden-Enthüllungen, die sie dem Lebensgefährten eines Journalisten abnahmen, sind durch mathematische Formeln unleserlich gemacht. Das sagte der "Guardian"-Journalist Glenn Greenwald der Nachrichtenseite "Zeit Online". "Die Behörden können offenkundig keine Verschlüsselung knacken, wenn sie richtig angewendet wird", ist er sich sicher.

Im Transit-Bereich festgehalten

Sein Lebensgefährte David Miranda war am Sonntag von britischen Behörden auf dem Londoner Flughafen Heathrow festgehalten und neun Stunden lang befragt worden. Dabei beschlagnahmten die Behörden Mirandas Computer, Handy und USB-Sticks. Miranda war auf dem Weg von Berlin, wo er Greenwalds Recherchepartnerin Laura Poitras traf, nach Rio de Janeiro, wo er mit Greenwald lebt.

Bei der Verschlüsselung werden Daten mit Hilfe eines Algorithmus durcheinandergewirbelt. Selbst Hochleistungs-Computer können starke Verschlüsselungen nicht knacken, die Inhalte von Dateien bleiben so unlesbar.

"Also fühle ich mich bei verschlüsselten Informationen auf einem USB-Stick viel sicherer, als wenn ich die Daten irgendwo hochlade", sagte Greenwald "Zeit Online". Zudem gebe es Kopien der brisanten Dokumente "an verschiedenen Orten". Dass Geräte von Miranda beschlagnahmt und die Zerstörung eines Computers des "Guardian" vom britischen Geheimdienst überwacht wurde, diene der "Einschüchterung" der Journalisten, sagte Greenwald. "Die wussten, dass das Zerstören von Festplatten nichts ausrichtet."

Greenwald kündigte weitere Berichte an: "Wir haben eine Reihe von Dingen fast fertig zum Andruck." Sein Partner hat das stundenlange Verhör am Flughafen Heathrow unterdessen als psychische Gewalt bezeichnet. Die britischen Polizisten hätten zwar keine körperliche Gewalt angewendet, sagte Miranda am Dienstagabend (Ortszeit) in Interviews mit Medien seines Landes. "Es war ein psychologischer Angriff", ergänzte er jedoch. "Sie haben mich wiederholt zu meiner Beziehung zu Glenn und zu meiner Beteiligung an seiner Arbeit befragt. Sie liefen um mich herum, während sie sprachen."

Seine Festsetzung sei ein Einschüchterungsversuch gewesen, sagte Miranda dem Internet-Portal UOL. Stundenlang habe er in einem fensterlosen, weißen Raum gesessen. Die Polizei habe mit Verhaftung gedroht. Es habe sich um eine Warnung an alle gehandelt, die auf der Grundlage der Dokumente des US-Enthüllers Edward Snowden geheime Informationen der Regierungen der USA und Großbritanniens verbreiteten. "Es war ganz klar eine Botschaft an diejenigen, die damit befasst sind", meinte der 28-Jährige.

(Hayo Lücke)

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