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Versatel: Weniger Kunden und hoher Verlust

Der Internet- und Telefonie-Anbieter hat im zweiten Quartal nicht nur DSL- und ISDN-Kunden verloren, sondern auch einen hohen Verlust verkraften müssen.

13.08.2009, 10:44 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres ist für den Telekommunikationsanbieter Versatel alles andere als erfreulich verlaufen. Der Provider hat nicht nur DSL-Kunden verloren, sondern musste zudem einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe verkraften.
Neuer Millionenverlust
Zwischen April und Juni stand in der Versatel-Bilanz ein Minus in Höhe von 16,7 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor konnte noch ein Gewinn von 7,9 Millionen Euro ausgewiesen werden. Die Höhe der Nettofinanzverbindlichkeiten betrug Ende Juni 446,8 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 45,1 Millionen Euro - 20 Millionen Euro weniger als im zweiten Quartal 2008. Belastet wurde das EBITDA auch durch Investitionen in Höhe von immerhin 25,1 Millionen Euro.
Der Umsatz schrumpfte im zweiten Quartal um 30,5 Millionen Euro auf 180,5 Millionen Euro. Das lag aber in erster Linie daran, dass im zweiten Quartal vergangenen Jahres ein einmaliger Ertrag in Höhe von 29,7 Millionen Euro aus einem Langfristvertrag mit einem Carrier in die Versatel-Kassen gespült wurde. In den einzelnen Segmenten entfielen 80,6 Millionen Euro des Gesamtumsatzes auf das Privatkunden-Geschäft, 50,9 Millionen auf Geschäftskunden und 48,9 Millionen Euro auf Wholesale-Verträge.
Kundenzahl rückläufig
Schwach präsentierte sich Versatel im Neukundengeschäft. Standen Ende März 711.986 DSL-Kunden unter Vertrag, waren es Ende Juni nur noch 709.720. Die Zahl der ISDN-Kunden verringerte sich von 14.365 auf 13.912. Das macht einmal mehr die neue Versatel-Strategie deutlich, sich konsequent auf profitables Kundenwachstum zu konzentrieren statt möglichst viele Kunden um jeden Preis zu gewinnen. "Im Rahmen einer Überprüfung der Versatel-Strategie sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir keine gänzlich neuen Wege einschlagen müssen. Allein in der Konsequenz der Umsetzung werden wir zulegen und an Fahrt gewinnen", sagt Versatel-Chef Alain Bandle.
Im zweiten Halbjahr des laufenden Jahres will Versatel den Fokus im Privatkundengeschäft auf den Bedarf an höher DSL-Geschwindigkeit und die Verknüpfung mit Fernsehinhalten legen. Dafür ist ein weiterer Ausbau des TV-Kabelgeschäfts vorgesehen. Im Geschäfts- und Wholesale-Segment soll die Qualität des eigenen Netzes dazu führen, die Umsätze und Ergebnisse zu steigern.

(Hayo Lücke)

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