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Versatel vor dem Verkauf - KKR schlägt zu

Der US-Finanzinvestor KKR will die Düsseldorfer Versatel AG laut "FTD" für rund 240 Millionen Euro übernehmen. Mit den drei Hauptanteilseignern, darunter United Internet, hat sich KKR bereits geeinigt. Die Zustimmung der Kartellbehörden steht noch aus.

19.05.2011, 10:37 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Die Düsseldorfer Versatel AG bekommt einen neuen Eigentümer. Per Ad-hoc-Meldung hat die VictorianFibre Holding GmbH, eine Investmentgesellschaft des US-Finanzinvestors KKR, ihre Absicht zur Übernahme von Versatel bekanntgegeben. Der Telekommunikationsanbieter, der über ein eigenes Glasfasernetz von rund 45.000 Kilometer Länge verfügt, soll nach Angaben der "Financial Times Deutschland" (FTD) für rund 240 Millionen Euro an KKR gehen.

KKR will 6,70 Euro pro Aktie zahlen

Der Investor will ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot in bar anbieten. Finanzielle Grundlage für den Deal soll der von der Aufsichtsbehörde BaFin festgestellte Durchschnittspreis der Versatel-Aktien der vergangenen drei Monate sein. Das Gebot soll mindestens bei 6,70 Euro in bar für alle noch verfügbaren Versatel-Aktien liegen.

Fünf Prozent der von Kleinanlegern gehaltenen Aktien konnte KKR sich laut "FTD" bereits sichern. "Mit seiner Marke und seinem exzellenten Glasfasernetz ist Versatel ein im europäischen Telekommunikationsmarkt einzigartiges Unternehmen", sagte KKR-Manager Henriok Kraft.


KKR einigte sich bereits mit Hauptanteilseignern auf die Übernahme

Rund 92 Prozent der Aktien sind im Besitz von drei Hauptanteilseignern. Darunter befinden sich neben den beiden Investementgesellschaften Vienna II S.à r.l. i.L. (41,7 Prozent) und Cyrte Investments BV (25,0 Prozent) auch die United Internet AG (25,2 Prozent) aus Montabaur. Bereits im Vorfeld hätte KKR sich verbindlich mit diesen drei Mehrheitsgesellschaftern über den Verkauf ihrer Anteile zu einem Preis von 5,50 Euro je Aktie geeinigt. Der Verkauf soll beispielsweise der 1&1-Mutter United Internet im dritten Quartal einen Ertrag von 15 Millionen Euro einbringen.

Der Versatel-Vorstand hat zudem mit KKR eine Vereinbarung zur beabsichtigten Übernahme abgeschlossen, in der Details zur Transaktion und die zukünftige Ausrichtung von Versatel festgehalten wurden. Das Unternehmen soll zum "bevorzugten Netzwerkpartner für Groß- und Geschäftskunden" umgebaut werden. Bereits aktuell liegt der Fokus auf Geschäftskunden. Noch nicht bekannt ist, was mit den privaten Versatel-Breitbandkunden geschieht.

Die geplante Übernahme steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden. Der Aktienkurs von Versatel sackte nach Bekanntgabe der Übernahmepläne am Donnerstagmorgen um fast 15 Prozent auf 6,76 Euro ab. Am Vortag war die Versatel-Aktien noch mit 7,95 Euro notiert.

(Jörg Schamberg)

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