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Versatel: Stabile Umsätze - DSL weiter rückläufig

Der Düsseldorfer Telekommunikationsanbieter Versatel hat im zweiten Quartal 2010 mit dem Geschäftskunden- und Wholesale-Segment punkten können, die Zahl der DSL- und ISDN-Kunden ging aber erneut zurück.

13.08.2010, 11:37 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Der Düsseldorfer Telekommunikationsanbieter Versatel hatte im vergangenen Jahr seine Unternehmensstrategie geändert und sich verstärkt auf den Geschäftskundenbereich konzentriert. Die neue Ausrichtung des Konzerns macht sich spürbar bemerkbar: Im Privatkundensegment sank der Umsatz im zweiten Quartal 2010 verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 10,8 Prozent auf 71,9 Millionen Euro. Mit Geschäftskundenprodukten konnte ein leichter Umsatzanstieg um zwei Prozent auf 51,8 Millionen Euro erzielt werden. Die Erlöse aus dem IP-VPN-Produktbereich trieben die Entwicklung voran, sie stiegen von 13 Millionen Euro im Vorjahr auf 20 Millionen Euro im zweiten Quartal.

Konzernergebnis verbessert, dennoch rote Zahlen

Als starker Umsatzbringer erwies sich zudem das weiterhin boomende Versatel Wholesale-Geschäft. Von April bis Juni dieses Jahres erwirtschaftete das Unternehmen im Großhandelssegement 57,5 Millionen Euro, ein Jahr zuvor lag der Umsatz hier noch bei 48,9 Millionen Euro. Wie schon im ersten Quartal trug die Durchleitung von Sprachvoluminia mit einem Anstieg um 45 Prozent im Jahresvergleich am stärksten zu der Ergebnissteigerung im Wholesale-Sektor bei. Der Umsatz mit der Vermarktung von Datenvolumen und Breitbandkapazitäten sank im gleichen Zeitraum dagegen von 42,3 Millionen Euro auf 37 Millionen Euro.

Versatel steigerte den Umsatz im zweiten Quartal insgesamt leicht um 0,7 Millionen Euro auf 181,2 Millionen Euro und bewegte sich dabei nahezu auf Vorjahresniveau. Der rückläufige Einfluss des Privatkundengeschäftes sowie eine Verschiebung bei den Umsätzen im Wholesale-Segment sorgten aber bei dem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zu einem Rückgang um fünf Prozent von 45,1 Millionen Euro auf 42,7 Millionen Euro. Das Konzernergebnis verbesserte der Düsseldorfer Anbieter im zweiten Quartal um 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, dennoch schreibt Versatel mit einem Minus von 15 Millionen Euro immer noch rote Zahlen. Die Investitionen wurden weiter von 25,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 19,6 Millionen Euro zurückgeschraubt.

Versatel verliert 55.700 DSL-Kunden innerhalb eines Jahres

Der Privatkundenbereich ist laut dem am Donnerstag in Düsseldorf vorgestellten Quartalsbericht geprägt von einem weiteren Rückgang der Kundenzahlen. Im zweiten Quartal verbuchte Versatel bei der DSL-Kundenzahl eine Abnahme um 16,1 Prozent, am Quartalsende nutzten nur noch 654.000 Kunden einen DSL-Zugang der Düsseldorfer. Ein Jahr zuvor hatte Versatel in diesem Segment noch 709.700 Kunden gezählt. Die neuen, im Mai vorgestellten DSL-Komplettpakete Pure, Plus und Premium konnten offenbar keine Trendwende einleiten. Von April bis Juni 2010 ging außerdem die Zahl der ISDN-Kunden um weitere 354 auf 11.063 Kunden zurück. Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Kunde (ARPU) sank bis Ende Juni weiter auf 31,2 Euro nach noch 31,7 Euro ein Quartal zuvor. Mit dem am 29. Juni unterzeichneten Verkauf der Versatel Kabel GmbH an den Finanzinvestor Chequeurs Capital für 66 Millionen Euro zog sich Versatel außerdem vollständig aus dem Endkunden-Kabelgeschäft zurück.

Unternehmenschef Alain D. Bundle zieht dennoch eine positive Bilanz für das zweite Quartal. "Diese Ergebnisse zeigen, dass wir mit der eingeschlagenen Repositionierung der Versatel AG auf dem richtigen Weg sind. Mit der Weiterentwicklung des Geschäftskunden- und Carrier-Segments haben wir hier die richtigen Weichen gestellt."

(Jörg Schamberg)

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