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Versatel gewinnt nur noch wenig neue Kunden

Im vierten Quartal konnte der Telekommunikationsanbieter nur noch 6.800 neue Kunden gewinnen. Außerdem wurde 2008 ein hoher Verlust gemacht.

19.03.2009, 09:37 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Mit einem hohen Verlust hat der Telekommunikationsanbieter Versatel das Geschäftsjahr 2008 abgeschlossen. Wie aus dem am Donnerstag in Düsseldorf vorgelegten Jahresbericht vorgeht, betrug das Minus im vergangenen Jahr 51 Millionen Euro. Immerhin: das bedeutet eine deutliche Verbesserung gegenüber 2007, wo noch ein Verlust von 89 Millionen Euro eingefahren wurde. Den Umsatz konnte Versatel im Jahresvergleich um knapp neun Prozent auf 762 Millionen Euro steigern, das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) legte um gut zehn Prozent auf 211 Millionen Euro zu.
Plus im Wholesale-Geschäft
Das Umsatzplus wurde vor allem durch das Wholesale-Geschäft getrieben, das um 43 Prozent auf 216,8 Millionen Euro zulegte. Im Privatkunden-Geschäft steigerte Versatel den Umsatz nur um 0,6 Prozent auf 349,7 Millionen Euro zu, im Geschäftskunden-Segment musste sogar ein Verlust von drei Prozent auf 195,5 Millionen Euro verzeichnet werden - aufgrund eines starken Preis- und Wettbewerbsdrucks, wie Versatel argumentiert. Außerdem wurden im vergangenen Jahr 143 Millionen Euro für diverse Investitionen ausgegeben, was die Nettofinanzverbindlichkeiten des Unternehmens um knapp 14 Prozent auf 545,1 Millionen Euro steigen ließ.
709.000 DSL-Kunden
Spürbar ist darüber hinaus die neue Versatel-Strategie, Kunden nicht mehr um jeden Preis gewinnen zu wollen. Vielmehr konzentriert sich der Anbieter darauf, Bestandskunden zu halten. Dadurch wurden 2008 insgesamt nur 73.200 neue DSL-Kunden gewonnen. Im vierten Quartal kamen gerade einmal 6.800 neue Verträge hinzu. Insgesamt konnte Versatel zum Jahreswechsel auf 709.000 DSL-Kunden blicken. "Der wertvernichtende Wettbewerb im Privatkunden-Segment bestätigt uns darin, uns weiterhin auf profitable Kunden zu fokussieren und Kundenwachstum nicht um jeden Preis zu realisieren", sagt Versatel-Chef Peer Knauer. Der durchschnittliche Umsatz pro Breitband-Kunde rutschte aufgrund fallender Endkundenpreise von 45,10 Euro im Jahr 2007 auf 38,1 Euro im vergangenen Jahr.
Für 2009 rechnet Versatel nur noch mit einem leichten organischen Wachstum der eigenen Kundenbasis. Im Geschäftskunden-Segment seien hingegen "alle Voraussetzungen geschaffen" worden, um in diesem Bereich zu wachsen. Auch der Kauf weiterer Kabel-Netzbetreiber sei denkbar. Bisher kann Versatel auf 160.000 Kabelkunden blicken.

(Hayo Lücke)

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