Berechnung von Verivox

Versandete Steuergelder: Glasfasern für ganz Schleswig-Holstein möglich

Jährlich verpuffen Milliarden Euro an Steuergeldern wirkungslos in schlecht koordinierten Projekten. Das Verbraucherportal Verivox hat berechnet, dass sich mit 3 Milliarden Euro ganz Schleswig-Holstein mit Glasfaseranschlüssen versorgen lässt.

Jörg Schamberg, 07.10.2016, 10:39 Uhr
500 EuroJährlich werden Milliarden Euro an Steuergeldern unwirksam eingesetzt, die laut Verivox besser in den Glasfaserausbau investiert werden könnten.© eyetronic / Fotolia.com

Heidelberg – In dieser Woche war es wieder einmal soweit: Der Bund der Steuerzahler Deutschland hat sein aktuelles Schwarzbuch "Die öffentliche Verschwendung 2016/17" veröffentlicht, in dem der uneffiziente Einsatz von Steuergeldern durch die öffentliche Hand in Deutschland angeprangert wird. Alleine 3 Milliarden Euro jährlich an Steuergeldern für öffentliche IT-Projekte und die Digitalisierung der Verwaltung würden wirkungslos verpuffen, da auf Insellösungen und fehlende Vernetzung gesetzt werde. Dabei ließe sich der Milliardenbetrag nach Ansicht des Verbraucherportals Verivox erheblich sinnvoller einsetzen: Mit 3 Milliarden Euro könnte beispielsweise ganz Schleswig-Holstein mit Glasfaser-Internet versorgt werden.

Glasfaseranschlüsse für 1,5 Millionen Haushalte

Die unwirksam eingesetzten Steuermilliarden würden ausreichen, um 1,5 Millionen Haushalte an schnelle Glasfasernetze anzuschließen. Das würde nahezu der Gesamtzahl der Haushalte in Schleswig-Holstein entsprechen. Verivox bezieht sich bei der Berechnung auf Angaben des Breitbandverbandes BREKO. Demnach würde ein Glasfaseranschluss rechnerisch rund 2.000 Euro kosten.

Breitbandziel 2018: BREKO bezweifelt komplette Realisierung

Das von der Bundesregierung gesetzte Breitbandziel, bis 2018 flächendeckend 50 Mbit/s in ganz Deutschland zu erreichen, wird von Experten inzwischen für nicht mehr realisierbar bezeichnet. Der BREKO hatte Mitte September erklärt, dass Geschwindigkeiten von 50 Mbit/s bis 2018 bestenfalls für 85 Prozent der Haushalte erreicht werden könnten. Berlin hat für den Ausbau immerhin Investitionen von 2,7 Milliarden Euro eingeplant. Quer durch die Republik wird auch eifrig gebuddelt und es werden Breitbandprojekte auf den Weg gebracht. Dabei wird vor allem auf den VDSL-Turbo Vectoring gesetzt, der aber nur eine Zwischenlösung ist, um noch mehr Bandbreite schnell über die bestehenden Kupferleitungen bereitstellen zu können. Mit Blick auf die zukunftsfähigen Glasfaseranschlüsse, über die Download-Raten von 1 Gbit/s und mehr möglich sind, ist Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern aber weit abgeschlagen. Im vergangenen Jahr lag der Anteil der Glasfaseranschlüsse an den Breitbandanschlüssen laut OECD hierzulande gerade einmal bei 1,3 Prozent.

Verivox: 16 Mbit/s sind nicht mehr zeitgemäß

"Die Investition in ein zukunftsfähiges Glasfasernetz ist dabei dringend erforderlich. Nur so kann das wachsende Datenvolumen verarbeitet werden", betont Christian Schiele, Chief Product Officer Telecommunications bei Verivox. "Verbrauchern sollte eine entsprechende Internetbandbreite als Grundversorgung ermöglicht werden. 16 Megabit in der Sekunde – oder sogar weniger – sind einfach nicht mehr zeitgemäß", so Schiele weiter. Kabelnetzbetreiber wie Vodafone (www.vodafone.de/kabel Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) und Unitymedia (www.unitymedia.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) streben mittelfristig Gigabit-Geschwindigkeiten an. Aktuell können Internet-Kunden bei diesen Anbietern mit bis zu 400 Mbit/s im Internet surfen.

Die Deutsche Telekom (www.telekom.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) will auch über das klassische Kupferkabel noch deutlich mehr Bandbreite bereitstellen als bislang. Während VDSL mit Vectoring aktuell Surfgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s ermöglicht, soll der Nachfolger Super-Vectoring in rund zwei Jahren Internet-Speed von bis zu 250 Mbit/s erlauben. Mittels Hybrid-Lösungen durch Kombination mit Mobilfunk sind laut Telekom sogar Internetanschlüsse mit bis zu 550 Mbit/s realisierbar.

Welche Bandbreiten und Internetanschlüsse aktuell vor Ort verfügbar sind, lässt sich mit unserem Breitband-Tarifrechner ermitteln.

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