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Verlage wollen Stück vom Facebook-Kuchen

Facebook ist in aller Munde. Und nun auch im Visier der notleidenden Printverlage. Bietet das Netzwerk einen Ausweg aus ihrer Finanz-Misere?

08.06.2010, 07:58 Uhr
Facebook © Facebook

Sie leisten die finanziell aufwändige Arbeit, während andere das Geld einstreichen. So jedenfalls sehen es die Printverlage. Und jetzt haben sie nach Google das soziale Netzwerk Facebook mit seinen fast 500 Millionen Nutzern im Visier. Ebenso wie bei dem Suchmaschinenbetreiber hoffen sie hier, ein Stück des lukrativen Werbekuchens für sich zu reservieren und ihr Bestehen in der Zukunft abzusichern.

Google: Verlage "machen Hausaufgaben nicht"

Die Verlage werfen Google vor, sich kostenlos an ihren Inhalten zu bereichern. Damit trage der Internetriese zur Krise in der Branche bei, so die Printmedien. Google hingegen kontert, man sei nicht dafür verantwortlich, wenn die Verlage "ihre Hausaufgaben nicht machen" und ihnen kein erfolgreiches Geschäftsmodell fürs Internet einfalle.

Anlass ist nach "Financial Times Deutschland" eine Studie des Verlegerverbands VDZ. Danach werden bis Ende 2012 rund zehn Prozent der Werbeerlöse aus der Print-Branche zu Facebook abwandern. Facebook trägt der Studie zufolge derzeit fünf Prozent zu allen Seitenzugriffen bei, die auf den Verlagsseiten im Internet landen. Bis Ende 2012 verdreifacht sich dieser Anteil laut Studie.

"Einflugsschneise" ausnutzen

Vor allem junge Nutzer gelangen durch die Einflugsschneise Facebook auf die Webseiten der Verlage. Christoph Schuh von der Burda-Digitaltochter Tomorrow Focus bezeichnet das Netzwerk gegenüber FTD als "Einstiegscockpit und Verteilstation für das Internet" für Nachwuchs-Leser.

Die Verleger stellen sich eine angemessene Beteiligung an den Werbeerlösen vor. Allerdings dürfte es noch schwieriger sein, die Facebook-Töpfe anzuzapfen als die von Google. Denn zum einen zieht das Netzwerk keine Inhalte an wie der Suchmaschinenbetreiber mit seinen News-Seiten.

Zweitens stellt Facebook den Verlagen seine Plattform zur Verfügung, um durch Links eine größere Reichweite für ihre Artikel zu erzielen, hat selbst jedoch zunächst keine ökonomischen Vorteile davon.

Und drittens wird Facebook auch weiter auf den Informationen über seine Nutzer sitzen und nicht ohne weiteres durchsickern lassen, wer sich für Verlagsseiten interessiert. Zumindest nicht für umsonst.

(Dorothee Monreal)

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