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Verlage in NRW: ARD und ZDF größte Konkurrenten

Die Verlage in NRW beklagen ein zu großes Engagement der öffentlich-rechtlichen Anstalten im Internet - private Anbieter von Qualitätsjournalismus seien chancenlos.

27.04.2010, 09:01 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Die nordrhein-westfälischen Verleger wehren sich gegen gebührenfinanzierte Textangebote von ARD und ZDF im Internet. "Wir müssen uns nicht qualitativ vor den Angeboten der Öffentlich-Rechtlichen verstecken", sagte Christian Nienhaus (50) von der WAZ Mediengruppe, der am Donnerstag in Bad Driburg zum neuen Vorsitzenden des Zeitungsverlegerverbandes NRW (ZVNRW) gewählt wurde.

ARD und ZDF: "Multimediale Allmachtsfantasien"

Das Problem sei, dass ARD und ZDF den Zeitungen durch Angebote Konkurrenz machten, die durch "Zwangsgebühren" finanziert würden, kritisierte Nienhaus. "Unsere mächtigsten Wettbewerber sind die öffentliche-rechtlichen Anstalten", sagte Clemens Bauer (63), der acht Jahre lang den ZVNRW führte und nicht mehr kandidierte. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. "Gegen ein breites und überwiegend textbasiertes Online- Angebot, finanziert über die Rundfunkgebühren, sind die privaten Online-Anbieter von Qualitätsjournalismus chancenlos", sagte Bauer und warf ARD und ZDF "multimediale Allmachtsfantasien" vor.

Weniger Textbeiträge

Der Verband forderte die Öffentlich-Rechtlichen auf, sich im Internet auf Radio- und Fernsehangebote mit geringem Textanteil zu beschränken. Helmut Heinen, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, sagte, der Qualitätsjournalismus sei das Feld, auf dem die Verlage hoffen könnten, durch kostenpflichtige Inhalte Erlöse zu erzielen. "Deshalb ist das für uns ein so zentrales Thema", sagte Heinen.

(Marcel Petritz)

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