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Verkehrsverbund VRR plant Einchecken per Smartphone und Abrechnung pro Kilometer

Mit dem Smartphone an der Haltestelle einchecken, losfahren und am Ziel wieder auschecken: Der VRR will künftig stärker auf das Smartphone setzen. Ab 2015 soll per App zudem alternativ zum bisherigen Tarifsystem die entfernungsabhängige Abrechnung eingeführt werden.

13.05.2014, 14:46 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Alternative zu dem komplizierten Tarifsystem mit Zonen von A bis E: Ab dem kommenden Jahr soll es für Kunden im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) einige grundlegende Neuerungen geben. VRR-Chef José Luis Castrillo kündigte laut eines Berichts der "Rheinischen Post" an, dass Fahrgäste ihre per Bus und Bahn zurückgelegten Strecken ab 2015 pro Kilometer abrechnen können. Dazu werde es zudem möglich sein, sich per Smartphone über eine entsprechende App an der Abfahrts- und Zielstation jeweils ein- und auszuchecken.

Altes Tarifsystem bleibt bestehen

Zur Abrechnung pro Kilometer erklärte Castrillo: "Das ist für den Fahrgast transparenter und fairer". Das neue System, das der VRR als erster deutscher Nahverkehrsverbund anbieten will, soll nicht an die Stelle des bestehenden Tarifsystems treten, sondern lediglich eine Alternative darstellen. Die entfernungsabhängige Abrechnung komme unter anderem Reisenden zugute, die nur eine kurze Strecke zurücklegen müssen, dabei aber z.B. über eine bestehende Tarifgrenze hinaus fahren.

Der Verkehrsverbund will künftig außerdem stärker auf Smartphones und Handy-Tickets setzen. Die zurückgelegte Entfernung werde automatisch auf Basis der Standortdaten des Fahrgastes beim Ein- und Aussteigen berechnet. Die Abbuchung des Fahrpreises kann wahlweise vom Bankkonto oder von einem Prepaid-Guthaben erfolgen.

Entfernungsabhängige Abrechnung auch für Kunden ohne Smartphone denkbar

Langfristig sei daran gedacht, die Abrechnung pro Kilometer auch Fahrgästen ohne Smartphone anzubieten. Das sei aber nur mit hohem technischen Aufwand realisierbar, da an jeder Haltestelle Lesegeräte für das Ein- und Auschecken aufgestellt werden und Chipkarten an die Kunden ausgegeben werden müssten. Daher solle in einem Pilotversuch zunächst mit dem Smartphone-System Erfahrungen gesammelt werden.

(Jörg Schamberg)

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