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Verkauf von E-Plus - KPN will Carlos Slim auflaufen lassen

Die geplante Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland hängt an einem seidenen Faden. Anfang Oktober sollen die Aktionäre des Mutterkonzerns KPN den Deal durchwinken. Doch Hauptaktionär Slim opponiert und bereitet im Gegenzug wohl die Übernahme von KPN vor.

21.08.2013, 12:31 Uhr (Quelle: DPA)
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Die Entscheidung über den geplanten Verkauf des drittgrößten deutschen Mobilfunkbetreibers E-Plus an Telefónica o2 rückt näher. Der niederländische Mutterkonzern KPN hat am Mittwoch die Aktionäre des Unternehmens zu einer Hauptversammlung am 2. Oktober einberufen. Stimmberechtigt seien nur Aktionäre, die am 4. September nach Börsenschluss Anteile an dem Unternehmen hielten, teilte KPN am Mittwoch mit. Damit gibt die Gesellschaft klar zu erkennen, dass sie die Pläne des mexikanischen Milliardärs und Hauptaktionärs Carlos Slim, der einen Anteil von 30 Prozent an KPN hält und dem Verkauf kritisch gegenüber steht, aushebeln möchte.

Geld für KPN-Übernahme liegt schon bereit

Offenbar bereitet Slims Mobilfunkgesellschaft América Móvil eine mehrheitlich Übernahme von KPN vor. América Móvil habe die Finanzierung gesichert, um alle ausstehenden Aktien zu übernehmen, teilte die Mobilfunkfirma mit. Am Mittwoch wollte die Gesellschaft der niederländischen Finanzaufsicht die Offerte zur Genehmigung vorlegen.

Ob es Slim gelingt, weitere Aktienpakete von KPN bis zum 4. September unter seine Kontrolle zu bringen, ist wegen der knappen Zeit unwahrscheinlich. Aber auch mit seinem Anteil von derzeit 30 Prozent könnte er bei entsprechend niedriger Beteiligung auf der Hauptversammlung den Verkauf von E-Plus endgültig blockieren. Slims Motive blieben bislang unklar. Es könnte zum Beispiel sein, dass er versucht, auf diesem Weg den Preis für die Etragsperle E-Plus in die Höhe zu treiben.

Auch von den Wettbewerbsbehörden bläst den Unternehmen Wind ins Gesicht. Das Bundeskartellamt kündigte an, die Prüfung der Übernahme an sich ziehen. Ende Juli hatten die KPN angekündigt, ihre deutsche Tochterfirma an den Konkurrenten Telefónica Deutschland für 8,1 Milliarden Euro zu verkaufen. Der Zusammenschluss des dritt- und viertgrößten Betreibers ist die bislang größte Übernahme auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Mit mehr als 40 Millionen Kunden würden die Unternehmen die bisherigen Branchenriesen Deutsche Telekom und Vodafone deutlich abhängen.

(Hayo Lücke)

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