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Verkauf der VZ-Netzwerke gescheitert

Laut eines Berichts des "Manager Magazins" ist der Holtzbrinck-Verlag damit gescheitert, die VZ-Netzwerke zu einem akzeptablen Preis zu verkaufen. Dramatisch nach unten entwickeln sich derweil die Zugriffszahlen.

22.07.2011, 09:50 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Es läuft nicht mehr rund bei den deutschen VZ-Netzwerken. StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ, die als Konkurrenz von Facebook auf dem Markt der sozialen Netzwerke agieren und im scharfen Wettbewerb insbesondere durch klare Datenschutz-Regeln punkten wollen, verlieren nicht nur viele Mitglieder, sondern müssen sich mit Google+ auch einem neuen, (finanz)starken Konkurrenten stellen. Das schwindende Interesse hat auch Folgen für den Eigentümer. Der Holtzbrinck Verlag ist laut eines Berichts des "Manager Magazin" mit dem Versuch gescheitert, die VZ-Netzwerke zu verkaufen.

Verkaufsabsichten gestoppt

Wie das Magazin berichtet, habe Konzernchef Stefan von Holtzbrinck die Investmentbank Goldmann Sachs angewiesen, die Suche nach einem Käufer für die VZ-Gruppe vorerst einzustellen. Es sei nicht gelungen, unter Medienunternehmen bzw. privaten Investoren im In- und Ausland ein akzeptables Angebot einzuholen. Anfang 2007 wurden knapp 100 Millionen Euro für das boomende soziale Netzwerk StudiVZ gezahlt. Später kamen MeinVZ und SchülerVZ hinzu.

Doch es wurde in den folgenden Monaten versäumt, die Netze mit mehr Interaktivität zwischen Freunden auszustatten. Lange war es beispielsweise anders als bei Facebook nicht möglich, Status-Updates von Freunden zu kommentieren. Insgesamt wirkt die VZ-Seite deutlich starrer als Facebook und Google+. Das hat man offenbar auch in Berlin erkannt und will den VZ-Netzwerken in spätestens drei Monaten mit einem neuen Design ausstatten. VZ-Chef Clemens Riedl sagte gegenüber Horizont.net: "Uns ist klar, dass wir vor einer Herausforderung stehen und wir werden liefern."

Dramatischer Rückgang der Zugriffe

Wie pikant die Lage ist, zeigt auch ein Blick auf die IVW-Zahlen. Demnach kamen die VZ-Netzwerke im Juni dieses Jahres auf 172,70 Millionen Visits bei 3,24 Milliarden Page Impressions (PI). Ein Jahr zuvor waren es noch 437,84 Millionen Visits und 11,38 Milliarden PI.

(Hayo Lücke)

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