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Verkauf der Siemens-Handysparte gescheitert

Update: Motorola hat das Angebot laut "FAZ" kurz vor Unterzeichnung der Verträge zurückgezogen. Täglich 1,5 Millionen Euro Verlust für Siemens.

04.05.2005, 11:19 Uhr
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Der Siemens-Konzern ist mit dem geplanten Verkauf seiner defizitären Handy-Sparte angeblich gescheitert. Der US-Konzern Motorola habe sein Angebot kurz vor Unterzeichnung der unterschriftsreifen Verträge zurückgezogen, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".
Keine Gründe
Gründe für das Scheitern wurden nicht genannt. Ein anderer Käufer sei derzeit nicht in Sicht. An den deutschen Standorten gehe nun abermals die Sorge um, sie könnten trotz einer Bestandsgarantie bis ins nächste Jahr geschlossen werden. Siemens wollte den Bericht nicht kommentieren. Ein Sprecher betonte allerdings, der Konzern rechne weiter mit einer "baldigen Lösung".
Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Sparte Mobilfunk und schnurlose Festnetztelefone auszugliedern. Finanzvorstand Hans-Joachim Neubürger hatte gar den Ausstieg aus dem Handy-Geschäft angedeutet. Der Konzernsprecher bestätigte erneut Gespräche mit möglichen Partnern. In der Branche kursierten neben Motorola als möglichem Käufer oder Partner auch Acer aus Taiwan und Nortel aus Kanada. Siemens ist auf dem Handy-Markt die Nummer vier nach Nokia, Motorola und Samsung.
Dickes Minus
Von Januar bis März hatte die Siemens-Handysparte einen Verlust von 138 Millionen Euro geschrieben. Das Minus im Vorquartal war ähnlich hoch. Die Zahl der verkauften Mobiltelefone brach im zweiten Quartal des Geschäftsjahres auf 9,3 Millionen nach 12,8 Millionen im Vorjahreszeitraum ein. Derzeit macht Siemens mit seiner Handysparte rund 1,5 Millionen Euro Verlust am Tag.

(Hayo Lücke)

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