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Verizon meldet 3.000 Kundendaten-Anfragen von deutschen Behörden

Update: Beim US-Telekommunikationskonzern Verizon sind im vergangenen Jahr 2996 behördliche Anfragen aus Deutschland zu Kundendaten eingegangen. Im internationalen Vergleich ist die Zahl der deutschen Nachfragen deutlich höher als in anderen Ländern.

23.01.2014, 10:31 Uhr (Quelle: DPA)
SMS schreiben© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Beim US-Telekommunikationskonzern Verizon sind im vergangenen Jahr 2.996 behördliche Anfragen aus Deutschland zu Kundendaten eingegangen. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch (Ortszeit) in seinem erstmals vorgelegten Transparenzbericht mit. US-Behörden stellten demnach über 321.500 Anfragen nach Nutzerdaten oder Überwachungsanträge.

Deutschland fragte häufig an

Im internationalen Vergleich ist die Zahl der deutschen Nachfragen deutlich höher als in anderen Ländern. Zum Vergleich: Aus Frankreich gingen 1.347 Anträge ein, aus Großbritannien 386. Im Zuge des NSA-Skandals hatten mehrere Internetunternehmen Informationen über Behördenanfragen veröffentlicht. Der Bericht von Verizon ist der erste einer Telekommunikationsfirma. Unter den Anfragen aus den USA an Verizon finden sich 14.500 Gerichtsbeschlüsse zur Herausgabe von gespeicherten Inhalten wie SMS oder E-Mails. Hinzu kommen gut 7.800 Überwachungsanträge, mit denen Strafverfolger die Kommunikation von Verdächtigen in Echtzeit verfolgen können.

Außerhalb der USA wende sich Verizon vor allem an Geschäftskunden und weniger an Endverbraucher, erklärte das Unternehmen. Das Ausmaß übertrifft die Zahl der Zugriffe bei Internetfirmen um ein Vielfaches. "Unser Bericht spiegelt die Tatsache wieder, dass Telekomanbieter mehr Behördenanfragen erhalten als wohl irgendeine andere Industrie", schrieb Verizon-Chefjurist Randal Milch im Firmenblog.

Im Vergleich dazu registrierte Facebook für das zweite Halbjahr 2012 zwischen 9.000 und 10.000 Anfragen von US-Behörden. Google berichtete für das erste Halbjahr 2013 von gut 25.000 Anfragen weltweit. Microsoft und sein Online-Telefondienst Skype erhielten in demselben Zeitraum mehr als 37.000 Aufforderungen, Nutzerdaten herauszugeben. Internetunternehmen drängen die US-Regierung, weitere Details auch zu bisher geheimen Anfragen veröffentlichen zu dürfen. Diesem Aufruf schloss sich Verizon an.

(Hayo Lücke)

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