Schlechter Mobilfunkempfang

Verivox: Viele Wanderwege in Deutschland mit schlechtem LTE-Empfang

Bei fast der Hälfte der schönsten, prämierten Wanderwege in Deutschland gibt es am Startpunkt Probleme mit dem Mobilfunkempfang. Besonders Wanderwege in Rheinland-Pfalz und Bayern weisen laut einer Analyse des Vergleichsportals Verivox Funklöcher auf.

Jörg Schamberg, 23.03.2021, 10:28 Uhr
Wandern mit dem SmartphoneBeim Wandern auf Wanderwegen in waldreichen Regionen ist der Mobilfunkempfang teils schlecht.© WaveBreakMediaMicro / Fotolia.com

In Deutschland gibt es vom Wattenmeer bis hin zum Schwarzwald viele schöne Wanderwege, die für Tagestouren geeignet sind. Doch die Mobilfunkabdeckung ist an vielen der Strecken schlecht. Laut einer Analyse des Vergleichsportals Verivox haben 46 Prozent der Wanderwege bereits am Start LTE-Netzlücken oder wegen eines Funklochs gar keinen Empfang. Untersucht wurden 28 Tagestouren in elf Bundesländern. Genutzt wurden dabei unter anderem Netzabdeckungskarten der Mobilfunknetzbetreiber.

Mobilfunkprobleme an 13 von 28 Startpunkten

Mobiles Internet per LTE war laut Verivox an 13 von 28 Startpunkten in mindestens einem Netz nicht verfügbar. An zehn der Standorte war lediglich das 2G-Netz mit Mobilfunk-Grundfunktionen wie Telefonieren nutzbar. An den Startpunkten der übrigen drei Wege boten die Telekom oder Telefónica Deutschland kein Netz. "Noch immer ist die Erschließung abgelegener Regionen für die Netzbetreiber kaum wirtschaftlich oder wird durch lange Genehmigungsverfahren ausgebremst," sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. "Künftig wollen die Provider mehrere Tausend Antennenstandorte kooperativ nutzen, um Netzlücken schneller zu schließen. Die gemeinsame Nutzung von Standorten reduziert Aufwand und Kosten deutlich."

Schlechter Mobilfunkempfang vor allem in waldreichen Regionen

Den schlechtesten Empfang gab es an Wanderwegen im waldreichen Rheinland-Pfalz (Eifel, Saar-Hunsrück, Pfälzer Wald), aber auch in Bayern (Frankenwald). Startpunkte mit flachem Gelände boten eher eine LTE-Abdeckung. Das sei etwa in Sachsen (Dresdner Elbland), Niedersachsen (Lüneburger Heide), Brandenburg (Seenland Oder-Spree) oder in Mecklenburg-Vorpommern (Mecklenburgische Seenplatte) der Fall.

Am Startpunkt von 15 der 28 untersuchten Wanderwege gibt es laut den Netzbetreibern ein gutes bis sehr gutes LTE-Netz. Da die Strecken aber häufig in wenig ausgebauten Regionen abseits von Städten liegen, kann die Netzabdeckung im weiteren Routenverlauf schlechter sein.

Offline-Karten für Navigation nutzen

Wird das Smartphone zur Navigation genutzt, sollte das benötigte Kartenmaterial zur Offline-Nutzung vor der Wanderung heruntergeladen werden. So lasse sich die Navigation auch ohne Internetverbindung verwenden. Es gebe aber auch Apps, die auf satellitengestützte GPS-Daten zugreifen und ohne Mobilfunkverbindung funktionieren. Das Smartphone sollte zudem in den Flugmodus gesetzt werden, um den Akku zu schonen. "Wer unterwegs in Gefahr gerät, kann auch dann einen Handy-Notruf absetzen, wenn der eigene Anbieter nicht verfügbar ist,“ erklärt Theumer.

Die genaue Position des Anrufers könne die Rettungsleitstelle im eingeschränkten Service-Modus allerdings nicht genau ermitteln. Es sollte möglichst ein höher gelegener Standort für den Notruf gewählt werden. Die 112 sei meist auch bei schwachem Empfang erreichbar.

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