Breitband-Studie

Verivox: Gebuchte Breitbandanschlüsse im Schnitt mit 104 Mbit/s

Im Südwesten Deutschlands werden besonders häufig schnelle Breitbandanschlüsse gebucht. In ostdeutschen Städten liegt die gebuchte Durchschnittsgeschwindigkeit laut Verivox deutlich niedriger. Zudem wachse die Kluft zwischen Stadt und Land.

Jörg Schamberg, 20.12.2019, 15:07 Uhr
Highspeed© Dominic Ziegler / Fotolia.com

Die Surfgeschwindigkeit der Internetanschlüsse in Deutschland hat in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. Laut der Breitbandstudie von Verivox, einem Vergleichsportal für Tarife, surfen die Bundesbürger aktuell mehr als doppelt so schnell wie noch 2016. Trotz der guten Nachricht: Zwischen Stadt und Land klaffe weiterhin eine Tempolücke, die in vielen Bundesländern sogar noch gewachsen sei. Für die Studie wurden für den Zeitraum von Januar bis Oktober 2019 unter anderem über Verivox für stationäres Internet abgeschlossene Privatkundentarife in 25 Großstädten untersucht.

Viele Highspeed-Anschlüsse in Baden-Württemberg

Die höchsten Internetgeschwindigkeiten werden laut Verivox in Baden-Württemberg gebucht. Sowohl in Mannheim als auch in Stuttgart liege die gebuchte Bandbreite der Breitbandschlüsse im Schnitt über 140 Mbit/s. Für Karlsruhe wurde eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 136 Mbit/s ermittelt. 2016 war die Stadt jedoch noch auf dem ersten Platz des Rankings, 2019 musste sie sich mit dem dritten Rang begnügen. Düsseldorf und Wiesbaden kommen nach Angaben der Studie auf 132 Mbit/s bzw. 130 Mbit/s. Schlusslicht beim Internet-Speed von 25 deutschen Großstädten sind die vier ostdeutschen Städte Dresden, Magdeburg, Potsdam und Erfurt. Für die Landeshauptstadt von Thüringen nennt Verivox eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 84 Mbit/s. Zwischen der Stadt mit den höchsten gebuchten Bandbreiten (Mannheim) und Erfurt liegen rund 60 Mbit/s. Aber auch Internetnutzer in München würden im Schnitt nur Anschlüsse mit 88 Mbit/s buchen, in Nürnberg sind es 89 Mbit/s.

Tempolücken zwischen Stadt und Land wächst in vielen Bundesländern

Baden-Württemberg führt das Feld auch beim Blick auf die ländlichen Regionen an. Im Schnitt würden Anschlüsse mit 127 Mbit/s gebucht. Dies sei 28 Prozent über dem Speed in der deutschen Hauptstadt Berlin. Die bundesweite, gebuchte Durchschnittsgeschwindigkeit betrage 104 Mbit/s. Vor drei Jahren hatte Verivox lediglich 47 Mbit/s ermittelt.

In neun der 13 Flächenländern habe sich die Tempokluft zwischen Stadt und Land vergrößert. In Sachsen-Anhalt verzeichnete Verivox den stärksten Anstieg mit 160 Prozent. In Sachsen liegen die Bandbreiten in Stadt und Land um 29 Mbit/s auseinander, 2016 waren es 17 Mbit/s. Lediglich in Hessen, Bayern und Thüringen war der Bandbreitenunterschied zwischen Metropolen und ländlichen Regionen geringer als vor drei Jahren.

"Die Kluft zwischen gut ausgebauten Großstädten und schlechter versorgten ländlichen Regionen sollte geringer werden und nicht größer," sagt Verivox-Telekommunikationsexperte Eugen Ensinger. "Anschlüsse auf dem Land sind oft nicht nur langsamer, sondern auch teurer. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2025 flächendeckend eine gigabitfähige Infrastruktur zu schaffen, ist angesichts der nach wie vor großen Versorgungsunterschiede mehr als ambitioniert."

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