Wie bei Strom und Gas

Verivox fordert unterbrechungsfreie Internetversorgung

Die Tarifexperten von Verivox sehen noch viel Nachbesserungsbedarf auf dem deutschen Internetmarkt. Verivox plädiert für eine garantierte Internetversorgung ohne Unterbrechung - wie bei Strom und Gas. Auch hohe Kosten für Bereitstellung und Rufnummernportierung müssten nicht sein. Bei der Breitbandförderung sei zudem mehr Kreativität gefragt.

Internet-StörungÄrger für Verbraucher: Der Internetzugang ist unterbrochen oder zu langsam.© Ana Blazic Pavlovic / Fotolia.com

Heidelberg – Beim Bezug von Strom und Gas ist eine unterbrechungsfreie Versorgung stets garantiert. Dies gilt jedoch nicht für die Internetversorgung – obwohl das Internet für viele Bundesbürger inzwischen wichtiger Bestandteil des Alltags geworden ist. Die Tarifexperten von Verivox fordern von der Politik daher, dass auch für den Internetzugang eine unterbrechungsfreie Versorgung garantiert werden müsse.

Internetausfall durch Anbieterwechsel lässt sich vermeiden

Die neue Bundesregierung plane zwar einen Anspruch auf schnelles Internet ab 2025, eine gesetzliche Garantie auf Internetversorgung gebe es aber nicht. Ausfälle der Internetverbindung bei einem Anbieterwechsel dürfen eigentlich nicht länger als einen Tag dauern. Laut Verivox zeige die Erfahrung in der Praxis jedoch, dass es bei Verbrauchern auch zu deutlich längeren Ausfallzeiten kommen kann. Das Problem: Während es bei Strom und Gas einen örtlichen Grundversorger gebe, der im Bedarfsfall einspringen könne, existiere ein solcher Basisversorger auf dem deutschen Internetmarkt nicht.

Doch Christian Schiele, Bereichsleiter Telekommunikation bei Verivox schlägt eine relativ leicht umzusetzende Lösung mit Hilfe anderer Anschlusstechniken vor. "Um Schwierigkeiten während des Umschaltprozesses abzufangen, könnten Verbraucher zum Beispiel kostenfrei einen Datenstick vom neuen Anbieter erhalten. Damit würde der Internetzugang zumindest per Mobilfunk gewährleistet", so Schiele. Einige Provider setzen bereits auf ein solches Modell. Der Anbieter 1&1 (www.1und1.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der hier integrierte Werbelink ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.
) bietet beispielsweise kostenfrei ein "Sofort-Start-Paket" an, dass bis zur DSL-Schaltung die Internetnutzung per Mobilfunk ermöglicht.

Kritik an überhöhten Kosten für Bereitstellung und Rufnummernmitnahme

Doch Verivox sind nicht nur eventuelle Ausfallzeiten durch einen Anbieterwechsel ein Dorn im Auge. Rund um Internetzugänge sehen die Tarifexperten noch diversen Verbesserungsbedarf. So kritisieren sie die überhöhten Bereitstellungskosten für die Schaltung eines Internetanschlusses in Höhe von bis zu 70 Euro. Diese Einmalgebühren sollten auf den Prüfstand. "Den Anschluss freizuschalten dauert beim Anbieter nur ein paar Klicks. Technische oder handwerkliche Arbeiten vor Ort sind nur im Ausnahmefall nötig. Die Einrichtung des Routers oder der Telefonanlage übernimmt ohnehin der Kunde selbst – sofern er nicht gegen eine weitere Gebühr einen Techniker beauftragt," so Verivox-Experte Schiele. "Trotzdem werden den Internetkunden hohe Anschluss- oder Umzugskosten abverlangt – anders als beim Stromwechsel: Gebühren für eine bloße Umschaltung sind auf dem Strommarkt unbekannt."

Zugelangt werde auch bei einfachen Dienstleistungen wie der Rufnummernmitnahme. Der alte Anbieter stellt seinen Kunden dafür bis zu 30 Euro in Rechnung. Der technische Aufwand für die Rufnummernportierung sei jedoch gering und rechtfertige nicht solche Kosten. Schiele verweist auf Österreich: Dort koste eine Portierung lediglich zehn Euro.

Internet im Schneckentempo: Verivox fordert kreativere Förderung des Breitbandausbaus

Politiker reden gerne von der "Digitalen Agenda". Doch eine flächendeckende Breitbandnutzung ist in Deutschland noch längst nicht vorhanden. Das ursprüngliche Breitbandziel der Bundesregierung von mindestens 50 Mbit/s für alle Haushalte bis Ende 2018 lässt sich nicht mehr erreichen. Das hatte kürzlich etwa das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen eingeräumt. Vor allem in ländlichen Regionen stehe laut Verivix auch im Jahr 2018 teils immer noch nur langsame Internetverbindungen zur Verfügung. Verivox fordert hier eine kreativere und effizientere Förderung. "Denkbar wären beispielsweise Steuererleichterungen für Investitionen der Anbieter in die Glasfasertechnik", erklärt Schiele.

Allerdings spricht sich der Verivox-Tarifexperte nicht für einen verpflichtenden Breitband-Universaldienst aus. "Eine staatlich angeordnete Anschlussverpflichtung für jeden Haushalt würde den Ausbau mit zukunftsfähiger Technik womöglich bremsen und nicht fördern. Zudem sind die Bedürfnisse der Internetnutzer ebenso unterschiedlich wie die zur Verfügung stehenden Anschlusstechniken. Viel wichtiger wäre aus unserer Sicht eine unterbrechungsfreie Versorgung", betont Schiele.

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Jörg Schamberg

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