TV-Empfang im Kostenvergleich

Verivox: Fernsehempfang über das Kabelnetz ist am teuersten

Welche monatlichen Kosten für den TV-Empfang per Kabel, Satellit, Antenne oder per Internet anfallen, haben die Tarifexperten von Verivox zusammengestellt. Für das Kabelfernsehen zahlen Nutzer wegen der monatlichen Fixkosten am meisten.

Jörg Schamberg, 29.12.2020, 10:59 Uhr
Fernsehen Fernbedienung© icarmen13/ Fotolia.com

Wer in Deutschland Fernsehen empfangen möchte, kann zwischen vier verschiedenen Empfangswegen wählen. So können die TV-Programme per Kabel, Satellit, Antenne oder per Internet auf den heimischen Fernseher gelangen. Die Kosten der verschiedenen TV-Empfangsarten sind dabei laut den Tarifexperten von Verivox sehr unterschiedlich.

Kabelanschlusskosten machen Kabelfernsehen teuer

Die höchsten Fixkosten finden sich beim Kabelfernsehen. Kunden müssen monatlich für den Kabelanschluss zahlen. Beim Kabelnetzbetreiber Vodafone sind dies 14,99 Euro im Monat, beim Berliner Anbieter PŸUR im Schnitt 10 Euro. Hinzu kommen zusätzliche Kosten für Fernsehpakete. Laut Verivox sei das günstigste Inklusivpaket mit Kabelanschluss für 20 Euro monatlich erhältlich. TV-Pakete über andere Übertragungswege gebe es dagegen oft für weniger als 10 Euro pro Monat.

Wie teuer ist der TV-Empfang in Deutschland über alle Übertragungswege hinweg? Verivox ermittelte für TV-Pakete mit HD-Nutzung und Privatsendern Kosten von maximal 15 Euro im Monat. TV-Angebote der DSL-Anbieter schlagen monatlich mit Preisen zwischen 9,99 und 14,99 Euro zu Buche. Auch die Telekom biete inzwischen TV-Tarife ohne Koppelung an einen Telekom-Internetvertrag an. Genutzt werden könne dafür jeder beliebige, entsprechend schnelle Internetanschluss.

Markt für Online-TV-Plattformen erst am Anfang

Entscheiden sich Kunden für TV-Streaming-Dienste wie Zattoo oder Waipu, fallen monatlich Kosten zwischen 9,99 Euro und 13,99 Euro an. "Mit diesen Paketkosten bleibt das Fernsehen konkurrenzfähig zum Preismodell von Streamingdiensten wie Netflix oder Disney+", so Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. Erforderlich sei jeweils eine Internetverbindung. Die Online-TV-Angebote lassen sich meist auf mehreren Geräten gleichzeitig und auch unterwegs nutzen. Theumer sieht den Markt für Online-TV-Plattformen wie Zattoo, Waipu oder Joyn gerade erst am Anfang. Er erwartet das Nachziehen weiterer Anbieter. Zu beachten ist: Der Rundfunkbeitrag von 17,50 Euro pro Monat fällt auch beim Online-TV an. Dieser Beitrag richtet sich nicht nach dem Empfangsweg, sondern wird pro Haushalt berechnet.

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Sat-TV bietet die größte Zahl an TV-Sendern

Beim Fernsehen über Antenne oder Satellit müssen TV-Zuschauer mit monatlichen Kosten von 6,99 Euro bzw. 5,75 Euro im Monat rechnen. Die größte Zahl an Sendern ermögliche der Sat-Zugang, am wenigsten Sender weise die TV-Nutzung über Antenne auf. Je nach eingesetztem Receiver lassen sich über alle Empfangsarten Komfortfunktionen wie Aufnahme, Replay oder Stopp nutzen.

Knapp 90 Prozent der deutschen Haushalte empfangen Fernsehen zu etwa gleichen Teilen über Kabel oder Satellit. Rund 9 Prozent würden TV über ihren Internetanbieter empfangen. Zwei Prozent der deutschen Haushalte nutze Fernsehen über eine Online-Plattform. Der Empfangsweg per Internet wächst stetig. Der TV-Empfang per Antenne ist dagegen auf 6 Prozent der Haushalte zurückgegangen. Ausschließlich auf den veralteten SD-Standard setzen noch 16 Prozent der Haushalte. Im Jahr 2019 empfingen 84 Prozent der Haushalte die TV-Programme in HD.

Mieter haben oft nicht die Wahl zwischen TV-Empfangswegen

Nicht immer können sich Verbraucher selbst für einen bestimmten TV-Empfangsweg entscheiden. Dies gilt beispielsweise für Mietwohnungen. "Viele Mieter sind an einen Kabelanschluss gebunden und können diesen nicht separat kündigen", erläutert Verivox-Experte Theumer. "Um andere Übertragungswege zu nutzen, müssen sie doppelt zahlen. Inzwischen sind viele TV-Angebote monatlich kündbar und können unabhängig vom Internetanbieter abgeschlossen werden. Beides gilt sogar für Angebote der Telekom – nicht jedoch für einen Kabelanschluss. Hier wäre mehr Flexibilität dringend geboten", fordert Theumer.

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