Bundle mit Smartphone

Verivox-Analyse: Handytarife nach Mindestlaufzeit bis zu 50 Euro zu teuer

Wird ein Smartphone durch ein Bundle mit einem Tarif finanziert, zahlen Kunden je nach Netzbetreiber nach Ende der regulären Vertragslaufzeit und dem Abbezahlen des Geräts noch höhere Tarifgebühren. Darauf weist das Vergleichsportal Verivox hin.

Jörg Schamberg, 22.04.2021, 10:18 Uhr
Smartphone-Tarife© Michael Rogner / Fotolia.com

Smartphones sind teuer, doch in Verbindung mit einem Tarif lässt sich auch ein aktuelles Top-Smartphones per Handyvertrag finanzieren. Kunden zahlen dafür zwar höhere monatliche Grundgebühren, nach 24 Monaten ist das Handy aber abbezahlt. Doch nach der regulären Laufzeit des Vertrags zahlen Kunden die höheren Kosten oft unverändert weiter. Auf diese Kostenfalle weist das Vergleichsportal Verivox hin. Handytarife sind laut Verivox nach dem Ende der regulären Mindestvertragslaufzeit bis zu 50 Euro pro Monat teurer als nötig. Die Tarifexperten haben dazu Smartphone-Kombitarife der deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber analysiert.

Höhere Kosten fallen bei Telekom und Vodafone auch nach Mindestlaufzeit an

Wer sich bei der Telekom und bei Vodafone für ein Bundle aus Smartphone und Tarif entscheidet, zahlt dafür bis zu 50 Euro Aufpreis im Monat, bei O2 seien es sogar bis zu mehr als 60 Euro zusätzlich. Die Zusatzkosten seien teils höher als die eigentlichen Tarifkosten. Unternimmt der Kunde nichts und lässt seinen Vertrag nach 24 Monaten ohne Kündigung weiterlaufen, so fallen die höheren Kosten bei der Telekom und Vodafone weiter an. Lediglich O2 berechne nach dem 24. Monat keine Kosten mehr für das bereits abbezahlte Smartphone.

Bundles sind für die Netzbetreiber attraktiv, da sie rund 50 Prozent mehr Umsatz bringen würden. "Die Provider können die Hardware-Finanzierung bei Bundle-Tarifen als Umsatz ausweisen", sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. "Sie sehen die Abzahlung des Geräts als Vertragsbestandteil. Würden die Anbieter auf eine Finanzierung im Bundle verzichten, entfiele bei diesen Tarifen rund die Hälfte ihres Umsatzes."

Kosten für Smartphone meist nicht gesondert ausgewiesen bei Mobilfunkverträgen

Die wenigsten Kunden wissen, was sie eigentlich für das Smartphone bezahlen, da lediglich Vodafone im Warenkorb getrennte Beträge für Hardware- und Tarifkosten ausweise. "Aufgrund der zumeist intransparenten Darstellung dürften die wenigsten Kunden wissen, dass es einen Kostenbestandteil gibt, der nach 24 Monaten de facto entfallen müsste", so Theumer. In Österreich und der Schweiz werde dagegen stärker zwischen Gerätepreis und Tarifkosten getrennt. Nach Ablauf des Geräteplans würden nur noch die regulären Tarifkosten anfallen. Auch die österreichische Telekom-Tochter Magenta verfahre so – im Gegensatz zur Praxis in Deutschland.

"Wir als Vergleichsportal würden unseren Kunden gerne aufschlüsseln können, wie hoch der monatliche Anteil für das Smartphone tatsächlich ausfällt", sagt Verivox-Experte Jens-Uwe Theumer. "Eine transparentere Darstellung könnte Verbrauchern bares Geld sparen. Um die Einmalkosten für hochpreisige Geräte niedrig zu halten, binden sich viele Kunden an Laufzeittarife mit hohen Datenbudgets, die sie oft gar nicht brauchen."

Hohes Sparpotential bei separatem Kauf von Smartphone und Tarif

Der getrennte Kauf von Tarif und Gerät biete oft eine große Ersparnis. Denn bei Mobilfunk-Discountern gebe es Allnet-Flat-Tarife mit beispielsweise 3 GB Datenvolumen bereits ab fünf Euro monatlich. Bei den Netzbetreibern zahlen Kunden für die günstigsten Allnet-Flats Preise um rund 20 Euro pro Monat. Das Sparpotential über eine Laufzeit von 24 Monaten liege abhängig vom gewählten Smartphone laut Verivox bei bis zu 500 Euro.

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