Surfgeschwindigkeiten

Verivox: 5G-Netz an vielen Standorten nur in der "Light-Version"

Im 5G-Netz surfen Verbraucher nicht automatisch am schnellsten, zeigt eine aktuelle Untersuchung von Verivox. Das Vergleichsportal hat für die Untersuchung beliebte Touristenziele ins Visier genommen.

Diana Schellhas, 12.10.2020, 10:35 Uhr
5G Antennen5G bedeutet nicht automatisch Gigabit-Geschwindigkeit, erläutert Jens-Uwe Theumer von Verivox© tanaonte / Adobe Stock

Im 5G-Netz surft man nicht unbedingt schneller als über den 4G-Standard, so das Ergebnis einer Untersuchung von Verivox. Das Vergleichsportal hat die maximal möglichen Surfgeschwindigkeiten an mehreren Sehenswürdigkeiten in Deutschland untersucht.

375 Mbit/s maximal – unabhängig vom Netz

Wie das Portal berichtet, sind von den 22 beliebtesten Städte-Highlights, Schlössern und Burgen in Deutschland 16 bereits mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G versorgt. Die mit Abstand am häufigsten verfügbare Maximalgeschwindigkeit an den untersuchten Zielen seien 375 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) – und zwar in beiden Netzen, sowohl über den heute gängigen 4G-Standard als auch über das neue 5G-Netz. Im Regelfall sei das 5G-Netz also nicht schneller.

"5G bedeutet nicht automatisch Gigabit-Geschwindigkeit," erläutert Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. "Die Bandbreite ist abhängig von der Netzauslastung und vom genutzten Frequenzbereich, das betrifft sowohl das Netz als auch die Hardware. Sie sinkt außerdem, wenn 4G und 5G an einem Mobilfunkmast parallel genutzt werden. Das führt etwa auf der Insel Mainau zu der kuriosen Situation, dass dort 5G-Kunden nur rund halb so schnell surfen wie Nutzer des 4G-Netzes.“

Bessere Versorgung in den Touristenzielen in den Städten

7 der 22 untersuchten Touristenziele lägen in den neuen Bundesländern. Darunter befindet sich mit dem Bauhaus-Museum in Weimar das einzige Ziel mit Gigabit-Geschwindigkeit (nur im Vodafone-Netz). Mit Ausnahme der Wartburg bei Eisenach seien die anderen Ost-Locations zentral gelegen und gut ausgebaut, etwa die Frauenkirche in Dresden oder das Schloss Sanssouci in Potsdam. Ländlich gelegene Ziele im Westen, zum Beispiel in der Eifel oder in Bayern, seien oft deutlich schlechter versorgt.

5G-Netze der Provider im Vergleich

An 16 der 22 Ziele könnten Telekom-Kunden mit einem schnelleren Speed rechnen als Kunden von Vodafone. Beide Netzbetreiber versorgten jedoch insbesondere die ländlich gelegenen Schlösser und Burgen nur leidlich – etwa Schloss Neuschwanstein oder Schloss Linderhof. An manchen Zielen sei sogar nur die sehr langsame 2G-Geschwindigkeit verfügbar. Damit sei selbst einfaches Surfen nur schwer möglich, der Abruf von Videos gar nicht. Das treffe für Telekom-Kunden auf Schloss Herrenchiemsee zu, für Vodafone-Kunden auf Burg Eltz sowie Schloss Linderhof. Der Netzbetreiber Telefonica weise in seiner Netzkarte keine Geschwindigkeiten aus und biete an den untersuchten Standorten keine 5G-Versorgung an.

Stadt/ Hightlight Telekom Vodafone
5G 4G 5G 4G
Dresden/ Dresdener Frauenkirche - 375 - 100
Hamburg/ Elbphilharmonie 375 375 - 100
Berlin/ Brandenburger Tor 375 375 - 300
Eisennach/ Wartburg - 75 - 200
Schangau/ Schloss Neuschwanstein - 37,5 - 50
Schwerin/ Schloss 375 300 - 200
Günstige Handytarife finden
Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang