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Verhaltenskodex für deutsche Blogger kommt

Bereits ab Ende dieses Jahres sollen auch deutsche Blogger sich an bestimmte Regeln halten. Wer Schleichwerbung betreibt, soll dann öffentlich angeprangert werden.

10.10.2009, 10:38 Uhr
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Eine heimliche Produktplatzierung, auch besser unter dem Begriff Schleichwerung bekannt, ist nicht nur im Fernsehen ungern gesehen. Auch im Internet häufen sich die kritischen Stimmen, dass schärfer gegen ungekennzeichnete Werbung vorgegangen werden muss. In den USA sollen zum Beispiel Blogger deutlicher kennzeichnen, wenn sie aus einem Beitrag Einnahmen generieren. Doch nicht nur dort. Auch die deutsche PR-Branche plant laut eines Berichts der "WirtschaftsWoche" ein öffentliches Anprangern von Schleichwerbung in Blogs.
Streitthema käufliche Blogger
Der Vorwurf: immer häufiger komme es vor, dass Blog-Autoren kostenlos Produkte zur Verfügung gestellt würden, die dann ohne die notwendige Objektivität bejubelt würden, schreibt das Magazin. Dazu komme es auch, weil ihnen teilweise eine "Dauerleihstellung" von zum Teil hochwertigen Produkten eingeräumt werde. Beim Bundesverband der Verbraucherzentralen erhebt man bereits mahnen den Zeigefinger. "Das gibt es auch im Deutschland, dass Blogger käuflich sind", sagte Falk Lüke, Referent für digitale Welt gegenüber dem Magazin. Um gegen diese schwarzen Schafe in der PR-Branche vorzugehen, werde eine öffentliche Nennung der entsprechenden Blogger angestrebt.
Der Masterplan: ein Verhaltenskodex für PR-Agenturen, Blogger, soziale Netzwerke und Unternehmen soll es richten. Er soll bereits Ende 2009 fertig sein. Bei der Beschwerdekammer Online im Deutschen Rat der PR geht man mit einzelnen Bloggern hart ins Gericht. Viele Blogs seien nicht mehr so unschuldig, wie sie daherkömen. "Wer von der Industrie gepampert wird, soll das zugeben", meint Ratsmitglied Alexander Güttler. Man brauche "eine Standesorganisation, die den Finger in die Wunde legt und negative Fälle mithilfe der Medien öffentlich macht." Ähnlich gehe bei etablierten Medien der Presserat vor.

(Hayo Lücke)

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