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Verhaltener Auftakt: "VDSL - was ist das?"

Erst kürzlich wurde die offizielle Einführung von VDSL in Verbindung mit IPTV und der Bundesliga bekannt gegeben. Indes bleibt die erwartete Großvermarktung aus.

09.08.2006, 09:00 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Nachdem Premiere und T-Com kürzlich auf einer Pressekonferenz offiziell die Einführung von VDSL bekannt gegeben haben, begann sogleich ein kleiner Ansturm auf das Highspeed-Angebot. Nach ein paar Tagen macht nun die anfängliche Euphorie einer großen Ernüchterung Platz. Das Fehlen einer richtigen Vermarktung macht sich nämlich auch bei der Hotline bemerkbar.
Kundenservice keine große Hilfe
Wer sich das nicht ganz so günstige Paket bestehend aus VDSL, Flatrate, IPTV und Fußball Bundesliga leisten und den neuen Highspeed-Rausch kaum abwarten konnte, versuchte nach Bekanntgabe des VDSL-Angebots über die Hotline mehr zu erfahren. Denn die von der T-Com eingerichtete Produkt-Webseite gibt keine größeren Details preis - schon gar nicht zu den Kosten. Viele User wussten aber nichts Gutes über die Beratung des Kundenservices unter der (0800) 3305500 zu berichten. So trugen Sätze wie "VDSL? Was? Bundesliga - machen wir nicht!" sehr schnell zu einer Verzweiflung ehrlicher Interessenten bei. Auch unsere Redaktion konnte dem Kundenservice nach mehreren Testanrufen kein gutes Zeugnis ausstellen.
Kein Online-Bestellformular
Die Kinderkrankheiten haben sich nun aber gelegt, die T-Com hat das Hotline-Problem etwas in den Griff bekommen. Böse Zungen mögen sagen: Die Mitarbeiter haben sich endlich mal die Bekanntmachung im Intranet angeschaut. Die ahnungslosen Mitarbeiter an der Hotline hätten jedoch umgegangen werden können, wenn T-Com auf ihrer Seite entsprechende Informationen zu Preisen und anderen Details online gestellt hätte, wie sie das auch bei den "herkömmlichen" DSL-Anschlüssen praktiziert. Doch das dürfte noch auf sich warten lassen, denn ein Online-Bestellformular sucht man bis heute vergebens - trotz angekündigtem Vermarktungsstart zum 2. August.
Viele Steine auf dem Weg zu VDSL
Aufmerksame Beobachter der Branche wird überdies kaum entgangen sein, dass es noch kein großes Marketingaufgebot und keine überall präsente Werbung gibt. Ja noch nicht einmal auf der Webseite der T-Com selbst findet man ein Link zur "Bundesliga auf Premiere powered by T-Com". Nur wer ihn kennt und die einschlägige Presse verfolgt hat, wird von VDSL überhaupt Wind bekommen. Somit ist der Ansturm auf VDSL zum größten Teil auch auf Interessenten beschränkt, die sich selbst um entsprechende Informationen gekümmert und in der auf Computer und Technik ausgerichteten Presse davon gelesen haben. Der verhaltene Auftakt dürfte darüber hinaus vor allem in den nur rund drei Millionen erreichbaren Haushalten in zwölf größeren Städten begründet sein - für eine wirkungsvolle Vermarktung zu wenig. Zeit zum Umdenken also? Mitnichten! Bei T-Online zeigt man sich gelassen und will zunächst nur einen ganz speziellen Kundenkreis ansprechen. T-Online: Ausrichtung auf Bestandskunden
Zahlreiche Interessenten fragen sich nun: Wann geht es denn endlich richtig los? Und wieso kann ich die Verfügbarkeitsprüfung und Bestellung nicht online vornehmen? Eine indirekte Bestätigung für den verhaltenen VDSL-Auftakt erhielten wir im Gespräch mit Martin Frommhold, Pressesprecher von T-Online. "Die Vermarktung ist zunächst nur auf internet- und technikaffine T-Com- sowie Premiere-Bestandskunden ausgerichtet", so Frommhold. Diese Nutzergruppe werde im Moment gezielt angesprochen, alle anderen könnten sich über die Webseite oder Hotline vormerken lassen, um eine telefonische Beratung zu vereinbaren.
Start von T-Home im Herbst
Eine Vormerkung ist dabei aber nicht gleichzusetzen mit einer endgültigen Bestellung. Die Vermarktung von T-Home soll des Weiteren erst im Herbst so richtig anlaufen, allerdings ist noch unklar, wann VDSL als reiner Internetanschluss ohne Bundesliga-Paket gebucht werden kann. Im Moment ist dies nämlich noch nicht möglich, da VDSL zurzeit auch nicht als Alternative zu einem normalen DSL-Anschluss vorgesehen sei, räumte Frommhold ein.
Nur wenige Bundesliga-Zuschauer über VDSL?
Frommhold machte auf Nachfrage keine Angabe darüber, wie viele Kunden zum Start der Bundesliga in dieser Woche das Spielgeschehen über VDSL werden verfolgen können. Die Frage ist durchaus nicht unberechtigt, wird doch in der Branche gemunkelt, dass die Bundesliga am Ende doch nur von weit weniger Zuschauern über IPTV verfolgt werden könnte, als zunächst angenommen. Der Grund dafür, dass T-Home nicht zusammen mit dem Bundesliga-Paket startet, soll darüber hinaus in technischen Problemen mit der IPTV-Plattform von Microsoft zu suchen sein.
Abwarten - so oder so
So bleibt allen, die an VDSL interessiert sind, vorerst nichts anderes übrig, als VDSL in Verbindung mit der Bundesliga zu bestellen - oder eben gar nicht. Neben Geduld sollten potenzielle Kunden außerdem Eigeninitative mitbringen. Denn die Chance, dass T-Com jemanden anspricht, der kein Premiere-Bestandskunde ist, dürfte als relativ gering zu bewerten sein. Da bleibt nur, den Telefonhörer selbst in die Hand zu nehmen.

(Tobias Capangil)

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