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Verbraucherzentrale: Warnung vor wahlinfo2009.de

Die Verbraucherzentrale Hessen warnt vor dem Internetangebot, bei dem sich arglose Nutzer anmelden und wenig später eine Rechnung über 60 Euro erhalten. Sie rät, nicht zu zahlen.

16.09.2009, 19:31 Uhr
o2© Telefónica

Abzocke mit dubiosen Angeboten im Internet ist in unverändertem Maße ein lukratives Geschäft. Aktuell warnt die Verbraucherzentrale Hessen vor der Website wahlinfo2009.de, die an den Wahlprogrammen der Parteien interessierte Bürger in eine Kostenfalle lockt. Betroffenen werde geraten, nicht zu zahlen, stur zu bleiben und die Angelegenheit auszusitzen.
60 Euro für die Anmeldung
Zigtausende Hessen wurden laut den Verbraucherschützern bereits Opfer von Internetabzockern, der Schaden ginge in die Millionenhöhe. Bereits bekannt durch die Seite 99Downloads.de beschere die Anbieterin Belleros Premium Media Ltd. mit offiziellem Unternehmenssitz in Großbritannien und Zweigniederlassung in Hamburg dem unkritischen Surfer jetzt die Seite wahlinfo2009.de. Besucher sollen 36 Fragen beantworten, um eine persönliche Auswertung zu erhalten. Doch bereits nach den ersten sechs Fragen erscheine eine Anmeldemaske, in der die persönlichen Daten eingetragen werden sollen. Wer sich hier anmeldet, erhält wenig später eine Rechnung des Unternehmens über 60 Euro.
Die Preisangabe der 60 Euro befindet sich im Kleingedruckten am unteren Rand der Anmeldemaske innerhalb eines Fließtextes. "Bereits aus diesem Grund kommt es unseres Erachtens in Fällen wie diesen nicht zu einem Vertragsverhältnis, das eine Kostenpflicht begründen würde", so Peter Lassek, Rechtsanwalt bei der Verbraucherzentrale Hessen. "Wie auch bei anderen derartig gestalteten Seiten raten wir Betroffenen, die bereits in die vermeintliche Falle getappt sind, keinesfalls zu zahlen und sich auch nicht einschüchtern zu lassen", so Lassek weiter. Wer Zweifel hat, könne sich in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen beraten lassen.
Auf vertrauenswürdigen Seiten anonym informieren
Grundsätzlich sollten Verbraucher immer vor der Preisgabe persönlicher Daten das Angebot auf Kostenhinweise sorgsam durchforsten – und auch den Anbieter kritisch prüfen.
Dass es auch ohne böse Überraschungen gehe, zeigen derzeit die Bundeszentrale für politische Bildung auf ihrer Internetseite www.bpb.de und das Angebot des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) www.verbraucherentscheiden.de. Hier werde auch ganz sicher nicht nach Name und Anschrift gefragt, denn seriöse Wahlhilfen seien kostenlos und vor allem anonym – wie die Bundestagswahl selbst.

(Michael Posdziech)

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