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Verbraucherzentrale verklagt Vodafone wegen LTE-Werbung

Ein Internetzugang, dessen Geschwindigkeit nach einem bestimmten Datenvolumen massiv gedrosselt wird, kann nicht mit den Worten "schnelles Internet" beworben werden. Diese Auffassung der Verbraucherzentrale Sachsen teilt der Mobilfunker Vodafone allerdings nicht, die geforderte Unterlassungserklärung gab er nicht ab.

21.01.2014, 10:22 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

Ein Internetzugang, dessen Geschwindigkeit nach einem bestimmten Datenvolumen massiv gedrosselt wird, kann nicht mit den Worten "schnelles Internet" beworben werden. Diese Auffassung der Verbraucherzentrale Sachsen teilt der Mobilfunker Vodafone allerdings nicht, die geforderte Unterlassungserklärung gab der Konzern nicht ab. Jetzt wollen die Verbraucherschützer vor Gericht ziehen.

Vodafone bewirbt gedrosselte Tarife mit "schnelles Internet"

Stein des Anstoßes war die Werbung für das Angebot "LTE Zuhause". In ländlichen Gebieten, in denen kein DSL-Anschluss erhältlich ist, soll Long Term Evolution (LTE) leitungsgebundene Internetzugänge ersetzen. Es geht also nicht generell um Drosselungen bei Mobilfunktarifen oder um LTE-Tarife, die überall genutzt werden können.

Versprochen werde "schnelles Internet", doch die Vodafone-Tarife LTE Zuhause S, M und L böten dieses nur "häppchenweise". Gemeint ist, dass nach Verbrauch eines bestimmten Datenvolumens die Geschwindigkeit auf 384 Kilobit pro Sekunde herabgesetzt wird.

Vor Gericht wird die Stärke der Reduzierung Thema

Der Nutzer habe zwar dann die Möglichkeit, bereits vor Ablauf des Abrechnungszeitraum wieder einen schnellen Internetzugang zu erhalten – aber nur gegen Aufpreis. Vodafone verschleiere in seiner Präsentation diese Drosselung, die potentiellen Kunden gingen von einer unbegrenzten Nutzung im Sinne einer Flatrate aus.

Die Verbraucherzentrale wertete dies als unlautere Werbung und mahnte die Vodafone GmbH im Dezember 2013 ab. "Die Unterlassungserklärung, die wir in Sachen LTE-Tarife gefordert haben, hat Vodafone nicht abgegeben", erklärt Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen und ergänzt: "Nun werden sich die Gerichte mit den Tarifen befassen müssen."

Vor Gericht soll dann nicht nur die Drosselung an sich Thema sein, sondern auch die Reduzierung der Bandbreite auf weniger als ein Zehntel. Die Verbraucherzentrale Sachsen hofft nun auf eine rasche Klärung und dass Vodafone nicht nur seine Sprachregelung ändert, sondern den Verbrauchern ohne DSL-Anschluss ein entsprechendes Angebot via Mobilfunk zur Verfügung stellt.

(Peter Giesecke)

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