Security

Verbraucherzentrale NRW warnt vor Datenleck bei Smart-TVs

Zur IFA werden zahlreiche Smart-TVs mit Internetanschluss gezeigt. Die Verbraucherzentrale NRW warnt deshalb vor einem "unsmarten Nebeneffekt" der Geräte: das ungeschützte Ausspähen und Sammeln von Daten.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Die IFA war einst als internationale Funkausstellung bekannt, präsentiert wurden neue Fernseher. Heutzutage werden Smart-TVs mit Internetanschluss gezeigt, und die IFA ist eine Messe für vernetzte Elektronik geworden. Die Verbraucherzentrale NRW (VZ NRW) warnt deshalb vor einem "unsmarten Nebeneffekt" der Smart-TVs: das ungeschützte Ausspähen und Sammeln von Daten.

"Smart-TV verschickt fleißig Informationen"

"Zuschauer können bei der neuen Fernsehtechnologie nicht mehr erkennen, ob sie sich nur eine TV-Sendung ansehen oder ob sie bereits im Internet unterwegs sind. Durch die Verbindung mit dem heimischen Netzwerk ist das Smart-TV-Gerät immer online und verschickt fleißig Informationen über seine Nutzer", so Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW.

Smart-TV-Geräte bieten über den passiven Fernsehempfang hinaus einen Zugang zum Internet: Die Zuschauer können zeitgleich im Internet surfen, online shoppen, online spielen, soziale Netzwerke und E-Mail-Dienste nutzen und über den HbbTV-Modus Inhalte von Mediatheken abrufen.

Nutzerprofile erstellen

Die Verbraucherschützer sehen darin ein Risiko: Viele Geräte seien ab Werk so voreingestellt, dass das TV-Gerät bereits beim ersten Anschalten und beim bloßen Fernsehgucken zum Sender werde und Daten des Zuschauers an den Gerätehersteller, die Sendeanstalten und weitere Unternehmen weiterleite.

Auf diese Weise ließen sich künftig nicht nur das Fernseh- und Internetverhalten der Nutzer ausforschen, sondern es könnten auch umfangreiche Profile über Tagesabläufe, Nutzungsgewohnheiten und persönliche Interessen entstehen.

Vorher aufgeklärt werden, hinterher löschen können

"Die Übertragung von persönlichen Verbraucherdaten ohne vorherige Einwilligung und ohne eine verständliche Verbraucherinformation darüber, was mit der neuen Technologie Smart TV passiert und wofür die übermittelten Informationen des Verbrauchers verwendet werden sollen, ist für die Nutzer nicht tragbar. Sie müssen selbst entscheiden können, was sie von sich preisgeben", so Schuldzinski weiter.

Die Verbraucherzentrale NRW fordert deshalb eine umfassende Aufklärung von Konsumenten bereits vor der Erstinstallation eines neuen Smart-TV-Gerätes. Die Werkseinstellungen müssten künftig so gestaltet sein, dass ohne Einwilligung und ohne ausführliche und verständliche Information der Käufer keinerlei Daten übertragen würden.

Nutzern müsse auch zu einem späteren Zeitpunkt das Recht eingeräumt werden, einer Datenerhebung und der Verwendung der Daten zu widersprechen. Auch die Verwaltung von Identifizierungsprogrammen, also das Zulassen, Verweigern und Löschen bestimmter Cookies, sollte den bereits existierenden Regeln für klassische Rechner angepasst werden.

(Peter Giesecke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Weitere Infos zum Thema
Zum Seitenanfang