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Verbraucherzentrale NRW kritisiert mageres HD-Angebot von Unitymedia

Ganze drei öffentlich-rechtliche HD-Sender von ARD und ZDF - von insgesamt 19 - lassen sich im Kabelnetz von Unitymedia empfangen. Die Verbraucherschützer appellieren an Unitymedia, den Streit um die Einspeiseentgelte nicht auf dem Rücken der Kabelkunden auszutragen.

23.06.2014, 17:16 Uhr
Internet Telefon TV© Unitymedia

Rüffel von der Verbraucherzentrale NRW in Richtung des Kabelnetzbetreibers Unitymedia: Das HD-Angebot der Kölner im NRW-Kabelnetz sei mager. Konkret kritisiert wird die spärliche Zahl der verbreiteten öffentlich-rechtlichen HD-Sender.

Nur drei von 19 öffentlich-rechtlichen HD-Sendern

Nach Angaben der Verbraucherschützer könnten Kunden des Kabelnetzbetreibers lediglich die drei Sender Das Erste HD, ZDF HD sowie arte HD in hochauflösender Bildqualität empfangen – und somit immerhin auch die Spiele der Fußball-WM. Doch dies ist nur ein kleiner Trost, denn die Gesamtzahl der von ARD und ZDF verbreiteten HD-Sender liegt aktuell bereits bei 19.

Als Ursache für die geringe Anzahl öffentlich-rechtlicher HD-Sender hat die Verbraucherzentrale NRW den Streit um die Einspeiseentgelte ausgemacht der zwischen Unitymedia und Kabel Deutschland auf der einen Seite sowie ARD und ZDF auf der anderen Seite ausgefochten wird. Die Sender weigern sich, jährlich rund 60 Millionen Euro für die Einspeisung ihrer Programme in die Kabelnetze zu zahlen.

VZ NRW: Unitymedia soll mehr freie HD-Sender einspeisen

Die Verbraucherschützer appellieren an Unitymedia, diesen Streit nicht auf dem "Rücken der Kabelkunden" auszutragen und die Beschränkung der HD-Programme zu beenden. Auch Unitymedia-Kunden sollten auf ein "breites Angebot an frei empfangbaren HD-Programmen" zugreifen können. Dass dies durchaus realisiert werden kann, habe Kabel Deutschland bewiesen. Obwohl sich der größte deutsche Kabelnetzbetreiber im Streit um die Einspeiseentgelte zahlreiche juristische Prozesse mit den öffentlich-rechtlichen Sendern liefert, hat Kabel Deutschland die Zahl der in die Kabelnetze eingespeisten HD-Programme von ARD und ZDF Anfang April auf 16 erhöht.

Unsere Redaktion hat Unitymedia um eine Stellungnahme gebeten. Wir werden die Position des Kabelnetzbetreibers an dieser Stelle nachreichen, sobald uns diese vorliegt.

Update vom 24. Juni 2014, 13:05 Uhr: Unitymedia weist Vorwürfe zurück

Am Dienstag reagierte der Kabelnetzbetreiber: Unitymedia weist die Vorwürfe der Verbraucherzentrale NRW zurück und schiebt die Schuld für den Streit auf ARD und ZDF.

(Jörg Schamberg)

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