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Verbraucherzentrale mahnt EA für Battlefield 3 ab

Der "Verbraucherzentrale Bundesverband" hat den Spielehersteller Electronic Arts abgemahnt. Grund sind fehlende Kundeninformationen und fragwürdige Geschäftsbedingungen bei seinem jüngst erschienenen Ego-Shooter "Battlefield 3"

30.11.2011, 17:31 Uhr (Quelle: DPA)
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Nach dem in Spielerkreisen bereits Ende Oktober losgebrochenen Sturm der Entrüstung über die Spionageaktivitäten der für die Ausführung von Battlefield 3 benötigten Lizenzprüfungssoftware "Origin" hat sich nun auch der "Verbraucherzentrale Bundesverband" (vzbv) zu Wort gemeldet und Hersteller Electronic Arts (EA) abgemahnt. In seiner Begründung verwies der vzvb vor allem auf die schlechte Informations- und Datenschutzpolitik des Unternehmens. EA habe die Käufer seines neuen Ego-Shooters nur unzureichend über bestimmte Voraussetzungen aufgeklärt und verwende Vertragsklauseln, die den Kunden unverhältnismäßig benachteiligen.

Wichtiges nur im Kleingedruckten

Konkret kritisierten die Verbraucherschützer dabei die mangelhafte Beschriftung der Verpackung. So seien wichtige Hinweise bei Battlefield 3 nur versteckt im Kleingedruckten zu finden – etwa die Angabe, dass das Spiel ohne Internetanschluss nicht lauffähig ist. Über die Sammelwut von "Origin" erfahre der Nutzer vor dem Kauf zudem überhaupt nichts. Gleiches gelte für die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), die erst bei Installation des Spiels zugänglich seien. Dies sei ein Verstoß gegen deutsches Recht – auch wenn es zur gängigen Praxis gehöre, betonte der Konsumentenverband. Vielmehr müsse der Nutzer bereits vor einem rechtsverbindlichen Kauf die Möglichkeit erhalten, alle zugehörigen Vertragsklauseln einzusehen. Dies könne etwa über an der Hülle angebrachte Zettel oder Aufkleber geschehen, sagte Carola Elbrecht, Leiterin des vzbv-Projekts "Verbraucherrechte in der digitalen Welt" am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

In diesem Fall hätten zahlreiche Interessenten womöglich bereits im Vorfeld vom Kauf des Spiels Abstand genommen. Denn auch inhaltlich haben es die AGB laut vzbv in sich. Demnach lasse EA die Spieler etwa im Unklaren darüber, welche Daten erfasst, weiterverarbeitet und anderweitig genutzt würden. Zudem behalte sich das Unternehmen vor, Nutzerprofile zu erstellen und eine nicht näher bestimmte Gruppe von Daten ohne gesonderte Einwilligung zu Werbezwecken zu verwenden.

Enttäuschte Spieler setzen sich mit Petitionen zur Wehr

Gegen derlei Praktiken setzen sich die Fans der Battlefield-Reihe seit einigen Wochen auch mit eigenen Aktionen zur Wehr. Ein Sammelbecken der Proteste ist die Aktionsplattform www.theorigin.de. Unter dem Motto "EA – es reicht!" finden sich dort unter anderem Links zu zwei Petitionen, in denen ein Verkaufsstopp des Spiels sowie der Verbot der "Origin"-Software in Deutschland gefordert wird. Aus Sicht von Electronic Arts ist die Aufregung um Battlefield 3 hingegen übertrieben. In einem Ende Oktober veröffentlichten Blog-Beitrag versuchte der Geschäftsführer von EA-Deutschland, Olaf Coenen, die Wogen noch in der Entstehung zu glätten und gab nach der ersten Protestwelle die Überarbeitung strittiger Punkte in den Lizenzbedingungen bekannt.

Origin sei keine Spyware und erfasse nur in begrenztem Umfang Informationen, die notwendig seien, um das Kaufen, Herunterladen und Spielen von Spielen zu ermöglichen, erklärte der Unternehmenschef. Auch das Thema Datenschutz werde bei EA generell "sehr ernst" genommen. Alle verwendeten Lizenzvereinbarungen entsprächen zudem dem branchenüblichen Standard. Vergangene Woche ergänzte Coenen seine Ausführungen mit dem Verweis auf einen aktuellen Artikel der Computerzeitschrift "c't". Das Fachmagazin bescheinigt EA darin, mit "Origin" keine Spionage zu betreiben. Der Vorwurf lasse sich nach Prüfung des Programms nicht aufrechterhalten, hieß es.

(Christian Wolf)

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