Security

Verbraucherzentrale analysiert: Viele Apps sind "Datensauger"

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat den Bundesminister für Verbraucherschutz, Heiko Maas (SPD), aufgefordert, mit klaren Regelungen für App-Anbieter die sichere Nutzung von Spielen und anderen Anwendungen auf dem Smartphone zu garantieren.

13.03.2014, 16:01 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat den Bundesminister für Verbraucherschutz, Heiko Maas (SPD), aufgefordert, mit klaren Regelungen für App-Anbieter die sichere Nutzung von Spielen und anderen Anwendungen auf dem Smartphone zu garantieren.

Apps fragen zu viele Daten ab

Viele Apps würden zwar den Alltag erleichtern, sich aber auch unnötig viele Zugriffsrechte einräumen. Dass eine Navigations-App auf Standortdaten zugreifen müsse, leuchte ein. Doch dass auch Spiele diese Daten abfragten und sogar auf Kalenderdaten zugriffen, ließe sich mit der Funktion der App nicht erklären.

"Viele Apps sind wie kleine Datenstaubsauger, die möglichst alle Informationen über ihre Nutzer sammeln möchten. Wer nicht alles preisgeben will oder Fragen hat, dem werden Steine in den Weg gelegt", so Carola Elbrecht, die für den vzbv das Projekt "Verbraucherrechte in der digitalen Welt" koordiniert. Im März wurden 50 Apps untersucht, die sowohl im Google Play Store als auch im Apple App Store zu kaufen sind.

Anbieter geben kaum Antwort

Auf Nachfrage, welche Daten gesammelt wurden, stellen sich viele Anbieter stumm. Der App-Check hat jedoch gezeigt, dass die Anbieter oft so viele Daten wie möglich abfragen. Was mit diesen Daten passiert, ist meist völlig unklar. Von den 50 Anbietern hat sich nur die Hälfte bei Nachfragen zu Detailinformationen über Zugriffsberechtigungen zurückgemeldet. Nur vier Anbieter konnten hilfreiche Antworten geben.

"Der App-Check hat gezeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um die Nutzung von Apps künftig transparenter und sicherer zu machen", so Elbrecht weiter.

Konkrete Forderungen

Konkret gefordert wird, dass Apps sich generell nur die Zugriffsberechtigungen einräumen, die für die Nutzung der App erforderlich sind. Zwingende Zugriffsberechtigungen seien optisch hervorzuheben. Dabei sollte auch deutlich werden, zu welchem konkreten Zweck sie notwendig sind. Der Nutzer müsste die Möglichkeit haben, einzelne Berechtigungen zu verweigern beziehungsweise diese zu deaktivieren.

Des Weiteren sollten die App-Anbieter eine für Verbraucher einfach zugängliche Kontaktadresse zur Verfügung stellen, an die sie sich mit Fragen zu Datenschutz, Zugriffsberechtigungen und sonstigen Themen wenden können. Vor dem Herunterladen und der Installation einer App sollte der verantwortliche App-Anbieter mit Name, Anschrift und Kontaktadresse benannt werden.

(Peter Giesecke)

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