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Verbraucherschützer warnen vor Inkassoschreiben

Frauen namens Anneliese geraten derzeit in den Fokus einer Inkassogesellschaft. Die Verbraucherzentrale Berlin warnt vor Überweisungen an das Unternehmen, denn die Zahlungsaufforderungen sind sehr dubios.

Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com
Die bundesweit aktiven Verbraucherzentralen decken immer wieder unseriöse Methoden und kriminelle Machenschaften auf. Zuletzt warnten sie etwa vor dem Datenklau oder erzielten einen Teilerfolg gegen Abofallen. In einem gerade aktuellen Fall sind verdächtig viele Zufälle aufeinander getroffen, was die Verbraucherzentrale Berlin auf den Plan rief. Sie warnt derzeit vor Schreiben des Inkassounternehmens Callux Forderungsmanagement aus Dresden.

Anneliese sei wachsam

Der Verbraucherzentrale liegen bereits über 40 Fälle vor, in denen Telefonkundinnen Zahlungsaufforderungen der Dresdner Firma erhalten haben. Merkwürdiger Zufall: Alle angeschriebenen Kundinnen heißen mit Vornamen Anneliese. Sie wurden in dem Schreiben aufgefordert, offene Forderungen in Höhe von jeweils 17,26 Euro oder von 35,20 Euro aus "Call by Call, Telefonvorwahl, Sparvorwahl" zu begleichen. Bei allen Frauen soll es sich um eine offene Forderung vom exakt gleichen Datum, dem 12.10.2006, handeln. Zudem wird in allen Schreiben die gleiche Vorgangs- oder Kundennummer verwendet, was laut Verbraucherzentrale endgültig darauf hinweise, dass das Vorgehen von Callux äußerst fragwürdig sei.

Das Inkassounternehmen nennt in dem Schreiben an die vermeintlichen Telefon-Kundinnen nicht den Namen des "Call-by-Call"-Anbieters, der die offenen Forderungen angeblich erhoben hat. Eine Überprüfung der Geldforderung oder ein Nachfragen bei dem Anbieter ist somit nicht möglich.

Verbraucherzentrale Berlin informiert die Staatsanwaltschaft

"Diese Briefe sind mehr als dreist, wir halten sie für eher kriminell" so Gabriele Francke, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Berlin. Es sei kaum vorstellbar, dass so viele Frauen namens Anneliese am selben Tag Call-by-Call Gespräche über einen unbekannten Anbieter geführt hätten.

Die Verbraucherzentrale Berlin warnt daher eindringlich vor einer Zahlung an das Unternehmen. Die Staatsanwaltschaft werde zudem über die Vorgänge informiert.

(Jörg Schamberg)

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