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Verbraucherschützer stellen Forderung an Regulierer

Terminierungsentglte im Mobilfunk müssen nach Ansicht der Verbraucherzentrale Bundesverband schnell gesenkt werden.

26.05.2006, 12:17 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Im Streit über die Terminierungsentgelte im Mobilfunk hat der Verbraucherzentrale Bundesverband die Bundesnetzagentur zu einer schnellen Entscheidung aufgefordert. Die überzogenen Terminierungsentgelte müssten schnell gesenkt werden.
"Die Branche ist offenbar selbst nicht in der Lage, sich auf eine deutliche Senkung der seit Jahren überhöhten Netzentgelte zu verständigen" kritisierte vzbv-Vorstand Prof. Dr. Edda Müller. "Deshalb ist jetzt die Bundesnetzagentur gefragt, endlich für reelle Preise zu sorgen." Dabei muss gleichzeitig sichergestellt werden, dass die vier Anbieter T-Mobile, Vodafone, o2 und E-Plus zu fairen Bedingungen miteinander konkurrieren könnten.
Bis heute kassieren die Mobilfunkanbieter für Gespräche, die aus dem Festnetz in die Mobilfunknetze gehen, stark überteuerte Netzentgelte - so genannte Terminierungsentgelte. Diese Terminierungsentgelte sind teilweise bis zu viermal höher als Entgelte für Anrufe von Handynutzern ins Festnetz. Von den überhöhten Entgelten profitiert offenbar auch die T-Com, die Festnetztochter der Deutschen Telekom AG, wenn sie die Mobilfunkgespräche weiterleitet. Die Mobilfunkunternehmen ihrerseits subventionieren mit den hohen Terminierungsentgelten unter anderem die Endgerätepreise. Zwar haben zwischenzeitlich drei der vier Netzbetreiber auf Druck der Bundesnetzagentur mit einem freiwilligen Angebot zur Absenkung der Netzentgelte reagiert, E-Plus allerdings ist mit dem freiwilligen Vorschlag der anderen Netzbetreiber nicht einverstanden. Das Unternehmen argumentiert, es sei erst später in den Markt eingetreten und würde bei dem von den anderen Unternehmen vorgeschlagenen Absenkungsmodell einen unvertretbaren Wettbewerbsnachteil erleiden. Hinzukommt, dass die T-Com bei der Weiterleitung von Gesprächen in Mobilfunknetze wegen vergleichsweise viel niedrigerer Netzkosten offenbar zu Lasten der Kunden einen fast viermal so hohen Deckungsbeitrag wie zum Beispiel E-Plus erwirtschaftet.
Noch ein weiterer Aspekt begünstigt die Telekom. Im Festnetz arbeitet sie mit einem Abrechnungstakt im Minutenrhythmus - im Mobilfunk wird hingegen überwiegend sekundengenau abgerechnet. Das heißt konkret: Bei einem eineinhalbminütigen Anruf einer Mobilfunknummer aus dem Telekom-Festnetz heraus würde die Telekom dem Kunden nicht 1,5 Minuten sondern zwei Minuten in Rechnung stellen.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert die Bundesnetzagentur deshalb zu einer Regulierungsentscheidung auf, die die tatsächlichen Kosten der einzelnen Netzbetreiber berücksichtigt. "Eine rein lineare Absenkung der Terminierungsentgelte würde einseitig die Deutsche Telekom begünstigen und den Wettbewerb zum Nachteil der Kunden ernsthaft beeinträchtigen," so Edda Müller.

(Hayo Lücke)

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