Breitbandziele 2018 reichen nicht aus

Verbände: Weichen für Gigabit-Netze müssen jetzt gestellt werden

In einer gemeinsamen Erklärung fordern die Breitbandverbände ANGA, BREKO, BUGLAS und VATM eine Neuausrichtung der Breitbandpolitik - über das Jahr 2018 hinaus. Die Politik müsse jetzt die richtigen Anreize zur Schaffung von Gigabit-Netzen setzen.

Jörg Schamberg, 15.06.2016, 12:45 Uhr
Highspeed Internet© Silvano Rebai / Fotolia.com

Berlin – Die Bundesregierung will bis 2018 eine flächendeckende Internetversorgung in Deutschland mit Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s erreichen. Dieses seit Jahren angestrebte Ziel sei auf einem guten Weg, so die Breitbandverbände ANGA, BREKO, BUGLAS und VATM in einer gemeinsamen Presseerklärung am Mittwoch. Allerdings würden die Breitbandziele 2018 nicht ausreichen. Die Telekommunikationsverbände, die auch in der sogenannten Netzallianz aktiv sind, begrüßen die für Mittwoch von Bundesminister Alexander Dobrindt vorgesehene Verabschiedung des Kursbuches 2016 in weiten Teilen. Es müssten nun jedoch "unverzüglich die Weichen für den Übergang in die Gigabit-Welt richtig" gestellt werden.

Gigabit-Strategie erforderlich

"Wir brauchen ein klares politisches Ziel und eine entsprechende Strategie, damit wir 2025 in Deutschland Gigabit-Netze haben, die dringend benötigt werden“, appellieren die Verbandspräsidenten Thomas Braun (ANGA), Norbert Westfal (BREKO), Jens Prautzsch (BUGLAS) und Martin Witt (VATM). Die Breitbandpolitik müsse entsprechend neu ausgerichtet werden. Die Nachfrage nach Bandbreite nehme stetig zu, bereits mittelfristig sei der Aufbau von gigabitfähiger Infrastruktur erforderlich. Fördermittel in Milliardenhöhe dürften nicht fehlgeleitet werden. Es dürfe keine neuen Monopole bei dem laut den Verbänden nicht zukunftsfähigen Kupfernetz geben. Auch dürfe nicht mit "falschen Anreizen" ein Überbau von Gigabit-Netzen durch eine leistungsschwächere Infrastruktur erfolgen.

Mit den Planungen für Gigabit-Netze müsse nun begonnen werden, Politik und Wirtschaft müssten die Rahmenbedingungen festlegen. Nur mit Gigabit-Internet würden Anwendungen wie autonomes Fahren, Landwirtschaft 4.0 oder Ultra-HD-TV in 8K realisiert werden können.

Vorrang für den Ausbau von Gigabit-Netzen

Die Verbände fordern ein "klares Bekenntnis zum vorrangigen Ausbau von Gigabit-Netzen". Die Branchenverbände führen in ihrer Erklärung die entsprechenden Technologien auf. Dank Übertragungsstandard DOCSIS 3.1 würden in den Kabelnetzen Gigabit-Anschlüsse mit symmetrischen Bandbreiten im zweistelligen Bereich erreicht. Die Kombination von Fiber to the Building (FTTB) mit G.fast biete ebenfalls Gigabit-Speed. Noch schneller mit bis zu mehreren Terabit pro Sekunde seien Glasfaserleitungen bis direkt in die Wohnung (FTTH). Der Glasfaserausbau werde aber auch für die Verbindung der Mobilfunk-Basisstationen benötigt, nur so werde der neue, schnelle Mobilfunkstandard 5G möglich.

Die Verbände ANGA, BREKO, BUGLAS und VATM plädieren für einen Breitbandausbau auf Basis des Wettbewerbs. Die Politik müsse nun die dafür notwendigen "richtigen Anreize" setzen.

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