Open Access und Kooperationen

Verbände: So gelingt der flächendeckende Glasfaserausbau

Wie lassen sich Glasfaseranschlüsse bis in alle Gebäude in Deutschland realisieren? Die vier Verbände BREKO, BUGLAS, Deutscher Landkreistag sowie der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) setzen auf eine gemeinsame Strategie. Regulierung dürfe dabei künftig nicht pauschal wegfallen.

Glasfaser Anschluss© Silvano Rebai / Fotolia.com

Bonn/Berlin – Der Glasfasermarkt in Deutschland müsse faire Spielregeln für alle Marktteilnehmer bieten. Dies könne zukünftig durch Open Access und durch Kooperationen gelingen. Nur so ließen sich hierzulande flächendeckend reine Glasfaseranschlüsse bis in alle Gebäude erreichen. Das ist zumindest die Auffassung der vier Verbände, BREKO, BUGLAS, Deutscher Landkreistag sowie des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). Einen pauschalen Verzicht auf Regulierung dürfe es aber nicht geben, wie die Verbände am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten.

Unsinnigen Doppelausbau durch Kooperationen vermeiden

Beim künftigen Glasfaserausbau müsse vor allem auf Kooperationen gesetzt werden, da sich dadurch Kräfte sinnvoll bündeln ließen. Der Ausbau erfolge dabei gemeinschaftlich durch mehrere Partner, ein wirtschaftlich "unsinniger" Doppelausbau würde vermieden. Der Zugang zu den Netzen solle dann im Rahmen von Open Access auch anderen Anbietern offen stehen. "Open-Access-Geschäftsmodelle zwischen den zahlreichen lokalen und regionalen sowie bundesweiten Netzbetreibern inklusive der Deutschen Telekom sind die Ausbauszenarien der Zukunft", so die vier Verbände.

Kein pauschaler Verzicht auf Regulierung

Bei einer Beteiligung der Telekom an solchen Kooperationen bedeute dies jedoch kein grünes Licht für einen pauschalen Verzicht auf Regulierung. "Für den weiteren Ausbau von Glasfasernetzen, die bis mindestens in die Gebäude reichen, brauchen wir stärkere wirtschaftliche Anreize. Eine Verringerung von Regulierung kommt aber nur dann in Frage, wenn allen Marktteilnehmern ein Netzzugang zu fairen, zwischen den Anbietern frei verhandelten Konditionen, angeboten wird", so BREKO, BUGLAS & Co.

Bundesnetzagentur als Schiedsrichter

Könnten sich die Marktteilnehmer in Verhandlungen nicht einigen oder würden sich solchen verweigern, so sollte die Regulierungsbehörde als Schiedsrichter fungieren. Gemeinsam mit der Bundesnetzagentur müssten sich alle Marktteilnehmer bald auf entsprechende Spielregeln für den reinen Glasfasermarkt verständigen. Die ausbauenden Unternehmen, meist alternative Netzbetreiber, erhielten dadurch Investitionssicherheit. Bei der Kupfer-Infrastruktur solle weiterhin an der Regulierung festgehalten werden, da die Telekom diesen Markt weiterhin dominiert.

Kooperationen senken Ausbaurisiken

Das Fazit der vier Verbände lautet denn auch: "Open Access und Kooperationen auf Augenhöhe – das ist unser Credo! Unter diesen Voraussetzungen kann Regulierung auch zurückgefahren werden!". Auf mehr Kooperation setzt auch die Monopolkommission in ihrem kürzlich vorgestellten Sondergutachten "Telekommunikation 2017: Auf Wettbewerb bauen!". Die Ausbaurisiken würden sinken sowie die Netzauslastung verbessert.

Jörg Schamberg

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