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Vectoring: Telekom will 135.000 VDSL-Leitungen der Konkurrenz kappen

Wie in der vergangenen Woche bereits vorab gemeldet, hat die Telekom am Montag bei der Bundesnetzagentur eine Änderung der Regulierungsvorgaben für den HVt-Nahbereich beantragt. Die Telekom plant 135.000 bestehende VDSL-Anschlüsse der Konkurrenten abzuklemmen.

23.02.2015, 20:44 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom will weitere 5,9 Millionen Haushalte mit schnellerem Internet versorgen und dafür 135.000 Anschlüsse von Konkurrenten abklemmen. Der Bonner Konzern beantragte dafür eine entsprechende Änderung der Regulierungsvorgaben, wie die Telekom am Montag mitteilte.

Aufrüstung der Nahbereiche um die Hauptverteiler

Die Telekom setzt bei diesem Ausbau auf die sogenannte Vectoring-Technik. Mit ihr sind - zumindest theoretisch - Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit pro Sekunde (Mbit/s) im herkömmlichen Kupfernetz möglich. Perspektivisch seien mit Super-Vectoring sogar bis zu 250 Mbit/s realisierbar.

Mit den aktuellen Plänen sollen Nahbereiche um die rund 8.000 Hauptverteiler mit Vectoring-Technik aufgerüstet werden, so dass 80 Prozent der Haushalte mit schnellem Internet versorgt werden könnten. Laut Telekom ist das bisher nicht möglich, denn die Umstellung könne für Störungen sorgen, wenn über die Hauptverteiler der Telekom VDSL-Anschlüsse betrieben werden.

"Die Telekom beantragt daher, von der Verpflichtung, Wettbewerbern VDSL-Anschlüsse in den Hauptverteilern zu ermöglichen, befreit zu werden", hieß es. Betroffen wären rund 135.000 Anschlüsse, das entspricht rund 1,5 Prozent der bundesweit von Wettbewerbern gemieteten Teilnehmeranschlussleitungen. Bereits bestehende VDSL-Anschlüsse von Wettbewerbern müssten gekündigt und auf ein alternatives Produkt umgestellt werden.

Kritik der Branchenverbände an Telekom-Antrag

Die Telekom-Wettbewerber hatten die Pläne bereits am Freitag scharf kritisiert. Ihr Verband VATM warf der Telekom den Versuch vor, sich ein "Ausbaumonopol" zu sichern. Der Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS) nannte das Vorhaben "volkswirtschaftlich unsinnig". Die Telekom erklärt, die Wettbewerb sollen künftig statt VDSL genauso wie in den übrigen Gebieten Zugang zu den Produkten auf Vectoring-Basis bekommen.

(Jörg Schamberg)

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