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VDSL100: Telekom wird Fehlerkorrektur G.INP abschalten

Dass Telekom-Kunden an VDSL100-Anschlüssen nie mehr als 93 Mbit/s messen, könnte an einem Messfehler liegen. Dies erklärte die Telekom gegenüber onlinekosten.de. Die Fehlerkorrektur G.INP werde aber bald abgeschaltet.

06.02.2015, 13:01 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Vectoring-Technik hat VDSL2-Anschlüsse auf bis zu 100 Mbit/s beschleunigt und die neue Fehlerkorrektur G.INP gebracht. Doch zahlreiche Telekom-Nutzer messen an VDSL100-Anschlüssen offenbar nie mehr als 93 Mbit/s. Die Telekom erklärt nun gegenüber onlinekosten.de, dass dies an einem Messfehler liegen könnte. Und G.INP werde auch bald abgeschaltet.

Sogar Downloads mit 103 Mbit/s möglich

Die Telekom legt Wert auf die Klarstellung, dass an VDSL100-Anschlüssen auch tatsächlich Downloads mit 100 Mbit/s möglich seien, sogar mit 103 Mbit/s. Für die Fehlerkorrektur werde bis zu sieben Prozent der synchronisierten Bandbreite "vorgehalten". Solange keine Paketverluste auftreten würden, könne der Kunde die volle Bandbreite nutzen.

Das Fehler-Korrekturverfahren G.INP wurde mit VDSL-Vectoring eingeführt. Es soll Impulsstörungen und Paketverluste sehr effizient kompensieren. Dadurch werde zum Beispiel bei bandbreitenhungrigen Videodiensten die Qualität der Datenübertragung gesichert.

Probleme bei Kommunikation zwischen MSAN und BRAS

Dass einzelne Nutzer eine zu geringe Bandbreite messen, erklärt die Telekom so: "Aufgrund der uneinheitlichen Definition von internationalen Standards bei der Übertragung von Zwischeninformationen zwischen dem MSAN und dem nachgelagerten BRAS, kommt es jedoch bei bestimmten Konstellationen dazu, dass die Kunden bei Geschwindigkeitsmessungen einen reduzierteren Wert messen können."

Damit bestätigt die Telekom endlich, was im Onlinekosten-Forum schon seit Monaten diskutiert wird. Der MSAN (Multi-service access node) ist eine Netzkomponente, die üblicherweise als DSLAM bezeichnet wird, diesen strenggenommen aber integriert.

Aus dieser Erklärung lässt sich schließen, dass G.INP selbst oder der konkrete Einsatz bei der Telekom nicht das Problem ist. "Aufgrund der positiven Erfahrungen" werde in Kürze auf das Fehlerkorrekturverfahren verzichtet.

Beachten Sie auch die weiteren Teile unserer Vectoring-Serie:
Teil 1: Der lange Weg zur Einführung von VDSL 100 in Deutschland
Teil 2: Die Technik hinter den schnellen VDSL2-Anschlüssen
Teil 3: Speedtests: Wie schnell ist mein Internet?
Teil 4: Tarife mit VDSL 100 im Überblick
Teil 5: Nur 93 Mbit/s an allen VDSL100-Anschlüssen - Bug oder Feature?
Teil 6: VDSL100: Telekom wird Fehlerkorrektur G.INP abschalten

(Peter Giesecke)

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