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VDSL-Verhandlungen mit der Telekom gescheitert

Die Telekom-Wettbewerber, vertreten durch VATM und BREKO, konnten keinen Konsens mit dem Bonner Konzern über den Zugang zur VDSL-Infrastruktur erzielen. Nun soll die Bundesnetzagentur entscheiden.

20.08.2009, 18:31 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Sommerhitze war den Verhandlungen zwischen der Deutschen Telekom und den Wettbewerber-Verbänden VATM und BREKO offenbar nicht gerade förderlich. Die am Donnerstag geführten Gespräche über den seit langem diskutierten Zugang zur VDSL-Struktur der Telekom wurden ohne Ergebnis beendet.
Kein Konsens erreichbar
Ein Konsens sei zwischen den Marktteilnehmern nicht zu erreichen gewesen, heißt es in einer Mitteilung der beiden Verbände. Die Weiterführung von Verhandlungen über die Beteiligung als Co-Investoren beim VDSL-Ausbau machten VATM und BREKO nun von der Entscheidung der Bundesnetzagentur abhängig. Für die Verbände überraschend hatte die Telekom Anfang August bei der Regulierungsbehörde Entgelte für die VDSL-Netzöffnung beantragt.
Nach Auslegung der Telekom wolle das Unternehmen damit die Wettbewerber bei der Investition in den Breitbandausbau unterstützen. Der VATM übte heftige Kritik. "Was die Telekom [...] als 'Unterstützung der Wettbewerber beim Infrastrukturausbau' darzustellen versuchte, macht alle Versuche zunichte, auf vertraglicher Basis einen möglichst weitgehenden Konsens zwischen den Marktteilnehmern zu erzielen", erklärte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner nach Bekanntwerden des Telekom-Antrags.
Telekom-Wettbewerber fordern schnelle Entscheidung des Regulierers
VATM und BREKO unterstützen zwar die Forderung der Telekom nach Planungssicherheit. "Es kann aber keinesfalls sein, dass Planungssicherheit ausschließlich zu den Konditionen der Deutschen Telekom zu erhalten ist", kritisieren sowohl Grützner als auch BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers. Die Verbände fordern jetzt eine schnelle Entscheidung des Regulierers. Die Rahmenbedingungen für Vodafone VDSL, 1und1 VDSL, Alice VDSL oder o2 VDSL sollten faire Preise bieten und so gestaltet sein, dass alle Marktteilnehmer und Investoren gleichermaßen Anreize für den weiteren Breitbandausbau erhielten.

(Jörg Schamberg)

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