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VDSL-Schlappe: 43 VDSL-Kunden schauen IPTV

Sagenhafte 43 Kunden sollen zum Highspeed-Auftakt am Mittwoch über VDSL gesurft haben. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

11.08.2006, 15:14 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Sagenhafte 43 Kunden sollen zum Highspeed-Auftakt am Mittwoch über VDSL gesurft haben. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Von einer Blamage des magentafarbenen Riesen ist dort die Rede. Wiederholt gerät die Hotline stark in die Kritik, was das neue "TV-Zeitalter in Deutschland" über IPTV und VDSL angeht.
Vom neuen TV-Zeitalter
Es wird schon seinen Grund haben, dass ein T-Online-Pressesprecher im Gespräch mit onlinekosten.de keine konkreten VDSL-Neukundenzahlen nennen wollte. Der Start des neuen Breitbandwunders gerät für die Telekom zu einer recht unangenehmen Posse zu werden: Auf der Pressekonferenz der T-Com von Telekom-Vorstand Walter Raizner und Premiere-Chef Georg Kofler noch als "neues TV-Zeitalter" angepriesen, hat sich zumindest der erste Akt der VDSL-Einführung als Schmierenkomödie herausgestellt.
Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" soll am Mittwoch erst bei 43 Haushalten VDSL geschaltet gewesen sein - das sind auf 3,3 Millionen realisierbare Haushalte gerechnet immerhin ganze 0,00013 Promille! Zur Erinnerung: die Telekom zahlt der Deutschen Fußball-Liga pro Saison 50 Millionen Euro für die Rechte zur Übertragung der Fußball Bundesliga per IPTV - da bleibt nur zu hoffen, dass der Telekommunikationsriese es schafft, bald ein paar Anschlüsse mehr zu schalten. Sonst werden die eingekauften Rechte zu einem sündhaft teuren Vergnügen.
Wieso, weshalb, warum?
Aber warum sind es denn nur 43 Haushalte? In unserem Artikel zum stockenden VDSL-Auftakt wurde bereits erläutert, dass T-Com und Premiere gezielt Bestandskunden ansprechen. Dies ist offensichtlich nicht gut gelaufen, wenn man bedenkt, dass das erste Spiel der Bundesliga schon heute Abend um 20:45 Uhr angepfiffen wird. Andererseits gibt es da noch die Nicht-Bestandskunden und "Breitband-Profis", die den Anschluss zwar gerne hätten, aber an der überforderten Hotline vertröstet werden und sich nur in eine Vormerkliste eintragen können. Eine allgemeine Online-Bestellmöglichkeit gibt es zurzeit noch nicht. Eine offizielle Vermarktung auch nicht.
Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass die Hinrunde der Bundesliga über VDSL kostenlos angeboten wird: Es wird sie ohnehin kaum einer über die neue Technologie anschauen können. Was machen da die 9,95 Euro pro Monat und Kunde schon aus. Im Gegensatz zu den 50 Millionen Euro für die Rechte sind das Peanuts.

(Tobias Capangil)

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