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VDSL: Hansenet droht mit Investitionsstopp

Der Aufbau des eigenen VDSL-Netzes in Hamburg stockt, da die Deutsche Telekom dem Wettbewerber keinen Zugang zu den eigenen Kabelschächten einräumen will.

13.09.2006, 15:46 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Der Hamburger Telekommunikationsanbieter Hansenet ist sauer. Der angekündigte Aufbau des eigenen VDSL-Netzes in Hamburg stockt, da die Deutsche Telekom dem Wettbewerber keinen Zugang zu den eigenen Kabelschächten einräumen will.
Investitionsstopp bei Hansenet?
Die Gespräche mit der Deutschen Telekom seien gescheitert, verkündete ein Sprecher des Unternehmens am gestrigen Dienstag. Wie das Hamburger "Abendblatt" berichtete, droht die Tochter der Telecom Italia nun mit einem Investitionsstopp. Finanziell sei es nicht machbar, Kabel in eigene Rohre zu ziehen, so das Unternehmen. Die Telekom selbst habe Hansenet laut Abendblatt entgegenet, das Unternehmen könne auch Gas- oder Kanalrohre nutzen.
"Unser Unternehmen setzt auf eigene Infrastruktur, wir möchten unseren Kunden in den Ballungszentren, wie Hamburg, eigenes VDSL anbieten können", sagt Pressesprecher Carsten Nillies auf Anfrage von onlinekosten.de. Eine Mitnutzung der Telekom-Kabel über den so genannten Bitstrom-Zugang schließt das Unternehmen aber prinzipiell nicht aus.
Lieber eigenes VDSL-Netz
Für den Bitstrom-Zugang müsste der Hamburger Telekommunikationsanbieter allerdings Mietgebühren an die Deutsche Telekom zahlen. "Wir hoffen, dass uns zumindest in großen Städten wie Hamburg auch der Zugang zu den Leerrohren der Telekom gewährt wird", sagt Nillies. Die Telekom selbst hat das eigene VDSL-Netz bereits in zehn Großstädten aufgebaut und forderte bislang eine exklusive Nutzung.
Aktuelle Neuigkeiten im Streit um die Regulierung des Hochgeschwindigkeitsnetzes gab es bereits heute von der Bundesnetzagentur. Der Regulierer legte fest, dass der Ex-Monopolist den Wettbewerbern grundsätzlich Zugang zum neuen VDSL-Netz über den so genannten Bitstrom-Zugang gewähren muss.

(Denise Bergfeld)

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