TK-Marktstudie 2015

VATM: Zahl der Breitbandanschlüsse steigt auf 30,7 Millionen

Einen umfangreichen Überblick zum Telekommunikationsmarkt in Deutschland liefert die am Mittwoch vorgestellte Studie von VATM und Dialog Consult. Ein Festnetzkunde generiert im Schnitt monatlich rund 32 GB Datenvolumen, die Zahl der Breitbandanschlüsse knackt die Marke von 30 Millionen. Die Telekom dominiert weiterhin das Festnetz.

Jörg Schamberg, 21.10.2015, 13:36 Uhr
GeschwindigkeitMehr Breitbandanschlüsse und mehr genutztes Datenvolumen: Die TK-Marktanalyse von VATM und Dialog Consult liefert umfangreiches Zahlenmaterial.© FotoMak / Fotolia.com

Düsseldorf – Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) sowie das Beratungsunternehmen Dialog Consult haben am Mittwoch in Düsseldorf die "17. TK-Marktanalyse Deutschland 2015 " (PDF) vorgestellt, die auf einer Befragung der VATM-Mitgliedsunternehmen basiert. Branchenexperte Professor Thorsten J. Gerpott von Dialog Consult erläuterte die umfangreiche Studie. Demnach wird der Gesamtumsatz mit Telekommunikationsdiensten in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich um 0,6 Milliarden Euro auf 57,9 Milliarden Euro zurückgehen. Im Festnetzbereich werden rund 33,1 Milliarden Euro umgesetzt (-1,2 Prozent), im Mobilfunkbereich gibt die Studie einen Rückgang um 0,2 Milliarden Euro auf 24,8 Milliarden Euro (-0,8 Prozent) an.

Kabelnetzbetreiber können Umsatz steigern

Die Deutsche Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) wird 2015 mit Festnetz und Mobilfunk 21,5 Milliarden Euro umsetzen, dies entspricht einem Anteil von 37,1 Prozent an den gesamten TK-Umsätzen in Deutschland. 3,73 Milliarden Euro setzt die Telekom alleine mit Großhandelsumsätzen (Wholesale) mit anderen Wettbewerbern um, beispielsweise durch die Bereitstellung von Vorleistungsprodukten. Auf die Wettbewerber entfallen 30,8 Milliarden Euro (53,2 Prozent), die Kabelnetzbetreiber erzielen einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro (9,7 Prozent) nach 5,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Letztere können als einzige ihren Umsatz steigern. Die Investitionen im TK-Markt erreichen in diesem Jahr geschätzt 7,8 Milliarden Euro, davon wendet die Telekom 3,6 Milliarden Euro auf, 4,2 Milliarden Euro entfallen auf die Wettbewerber.

208 Millionen Gesprächsminuten pro Tag im Festnetz

Werfen wir einen detaillierteren Blick auf den Festnetzmarkt. Die Zahl der über das Festnetz abgewickelten Gesprächsminuten pro Tag liegt 2015 voraussichtlich bei 208 Millionen. Dabei werden immer noch 20 Millionen Gesprächsminuten (9,6 Prozent) per Call-by-Call/Preselection realisiert, der Löwenanteil von 188 Millionen (90,4 Prozent) aber über Sprachtelefonanschlüsse. Die Studie schätzt die Zahl der Sprachanschlüsse in Deutschland 2015 insgesamt auf 36,9 Millionen. Die Kabelnetzbetreiber können die Zahl der Telefonanschlüsse gegenüber dem Vorjahr von 5,6 auf 6,1 Millionen steigern. Die Zahl der Telekom-Festnetzanschlüsse ging leicht von 20,7 auf 20,3 Millionen zurück. Die Sprachtelefonanschlüsse der Wettbewerber stagniert nahezu bei 10,5 Millionen.

Telekom stellt bis Ende 2015 7,2 Millionen Anschlüsse auf IP-Technologie um

Bis 2018 will die Telekom alle Sprachanschlüsse auf IP-Technologie umgestellt haben. Bis dahin hat der Bonner Konzern noch einiges zu tun. Denn bis Ende 2015 wird die Telekom geschätzt erst 7,2 Millionen (35,5 Prozent) der 20,3 Millionen Anschlüsse auf IP umgestellt haben. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies dennoch ein Plus von 2,8 Millionen neuen IP-Anschlüssen. Die Wettbewerber haben dagegen meist schon von Beginn an auf VoIP für Telefonie gesetzt. Von ihren 10,5 Millionen Sprachanschlüssen basieren bereits 7,3 Millionen (69,5 Prozent) auf IP.

Die Zahl der Breitbandanschlüsse knackt die Marke von 30 Millionen

Die Zahl der Breitbandanschlüsse in Deutschland erreicht 2015 voraussichtlich 30,7 Millionen, eine Zunahme um 1,1 Millionen Anschlüsse. Ein Großteil des Wachstums entfällt auf die Kabelnetzbetreiber, die die Zahl der Breitbandanschlüsse von 5,8 Millionen im Vorjahr auf 6,4 Millionen in diesem Jahr steigern können. Die Telekom kommt auf 12,7 Millionen direkte DSL-Anschlüsse (41,4 Prozent Marktanteil) sowie 3,1 Millionen Resale-DSL-Anschlüsse und kann in beiden Bereichen zulegen. Von 8,5 auf 8,0 Millionen ging dagegen die Zahl der DSL-Anschlüsse bei den alternativen Anschlussnetzbetreibern zurück.

Laut Ist-Zahlen mit Stand vom 30. Juni 2015 dominiert die Telekom mit 12,7 Millionen Breitband-Kunden und einem Marktanteil von 42,1 Prozent weiterhin klar den Breitbandmarkt, der zur Jahresmitte auf 30,1 Millionen Anschlüsse kam. Vor allem durch die Übernahme durch Kabel Deutschland kommt Vodafone (www.vodafone.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) Ende Juni auf 5,4 Millionen Breitband-Kunden (17,9 Prozent), auf Platz Drei platziert sich 1&1 (www.1und1.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) mit 4,3 Millionen Breitband-Kunden (14,3 Prozent). 3,0 Millionen Kunden nutzen Breitbandanschlüsse von Unitymedia (www.unitymedia.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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), während Telefónica (www.o2-online.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) auf 2,1 Millionen Breitband-Kunden kommt. Die Studie gibt auch Kundenzahlen für einige regionale Provider an: EWE-Gruppe 0,8 Millionen (www.ewetel.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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), NetCologne 0,3 Millionen (www.netcologne.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) sowie M-net 0,2 Millionen (www.m-net.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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Glasfaserausbau schneller als Nachfrage nach FTTB/H-Anschlüssen

Die Zahl der Glasfaser-Anschlüsse auf Basis von FTTB/H nimmt in diesem Jahr zwar auf 2,1 Millionen zu und ergibt somit einen Zuwachs um rund 350.000 Anschlüsse. Allerdings nutzen 2015 nur 510.000 Haushalte Glasfaseranschlüsse auch aktiv, das entspricht rund einem Viertel. Die übrigen 1,59 Millionen Haushalte sind technisch zwar versorgbar, haben aber kein entsprechendes Produkt bestellt. Die Nachfrage nach Glasfaser hinkt dem tatsächlichen Glasfaserausbau somit weiter hinterher.

Nach Angaben der TK-Marktstudie liegt der Marktanteil von DSL- und FTTB/H-Anschlüssen mit einer Download-Bandbreite von über 50 Mbit/s ohne Berücksichtigung der Kabelnetzbetreiber bei lediglich 0,7 Millionen Anschlüssen. Surfgeschwindigkeiten zwischen 16 bis 50 Mbit/s werden von 6,2 Millionen Anschlüssen (25,5 Prozent) genutzt. Den Löwenanteil von 10,2 Millionen (42,0 Prozent) Anschlüssen bietet 2015 dagegen nur Bandbreiten zwischen 6 und 16 Mbit/s. Die hohe Zahl von 5,5 Millionen Anschlüssen (22,6 Prozent) erlaubt das Surfen mit einem Tempo zwischen 2 und 6 Mbit/s. 1,7 Millionen Anschlüsse (7,0 Prozent) kommen auf Download-Geschwindigkeiten von bis zu 2 Mbit/s. Immerhin ist die Zahl solcher langsamen Anschlüsse im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Millionen zurückgegangen.

Festnetzkunden verbrauchen im Schnitt 32 GB Datenvolumen pro Monat

Interessant ist der Blick auf den steigenden Datentraffic im Festnetz. Ein Festnetzkunde erzeugt 2015 pro Monat durchschnittlich ein Datenvolumen von 31,8 GB, eine Steigerung um 19,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Im Mobilfunk werden monatlich im Schnitt lediglich 377 MB pro SIM verbraucht. Insgesamt werden über das Festnetz in diesem Jahr geschätzt 11,5 Milliarden Gigabyte übertragen – ein Plus von 23,7 Prozent. Das Datenvolumen wird dabei vor allem durch die sogenannten "heavy users" nach oben getrieben. 3,3 Millionen Festnetzkunden nutzen monatlich durchschnittlich mehr als 50 GB. Bei mehr als 60 Prozent der Festnetzkunden fällt dagegen ein Datenvolumen von weniger als 15 GB pro Monat an. Als Bandbreitentreiber erweist sich nach Angaben von Professor Gerpott besonders der Videoabruf.

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