Telekom-Bitstromanschlüsse

VATM warnt vor Preissteigerung bei VDSL-Anschlüssen

Die Verhandlungen mit der Telekom über die Kosten für Bitstromvorleistungsprodukte sind laut Verband VATM festgefahren. Eine Anhebung der Preise würde nicht zu mehr Glasfaseranschlüssen führen.

Jörg Schamberg, 04.12.2020, 12:51 Uhr
Telekom VDSL-Anschluss RouterLaut VATM würden besonders Bitstromanschlüsse mit 50 und 100 Mbit/s teurer werden.© Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom hatte bei der Bundesnetzagentur höhere Preise für Vorprodukte für Kupferanschlüsse, die sogenannten Bitstromanschlüsse, beantragt. Auf dem Netz der Telekom machen die Bitstromprodukte fast 98 Prozent der Kundenangebote aus. Darauf weist der Branchenverband VATM hin. Ein substanzielles Entgegenkommen der Telekom in Richtung der Wettbewerber sei bislang nicht erkennbar. Der VATM fordert die Bonner Regulierungsbehörde auf, wieder Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zu bringen.

Höhere Preise für VDSL 50 und 100

Nach den Vorstellungen der Telekom würde es laut VATM gerade bei den am meisten von den Kunden genutzten VDSL-Bandbreiten von 50 und 100 Mbit/s die stärksten Preissteigerungen geben. "Die schon heute hohen Vorproduktpreise haben in Wahrheit den schnellen Wechsel auf FTTB/H auf Seiten der Telekom nicht gefördert, sondern sogar verhindert", erklärt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.

"Und die nun angekündigten zwei Millionen FTTH-Anschlüsse jährlich sind allein die Reaktion auf den zunehmenden Wettbewerb. Genau diesen würden nun aber steigende Preise für die Wettbewerber und ihre Kunden massiv schwächen. Das wäre aus wirtschaftlicher Sicht eine schwere Hypothek für die Bürger und die Zukunft Deutschlands", so die Warnung von Grützner. Die Preissteigerungen bei Breitbandanschlüssen würden nicht zu mehr Glasfaseranschlüssen führen und müssten verhindert werden.

Kein baldiger Wechsel auf ein Glasfasernetz der Telekom

Der VATM betont: "Die Kosten des Glasfaserausbaus dürfen den Kunden aus unserer Sicht keinesfalls schon vorab aufgebürdet werden. Verbraucherinnen und Verbraucher würden sonst ohne jede Leistungsverbesserung allein für einen Wettbewerbsvorteil der Telekom zur Kasse gebeten und dies, ohne überhaupt auf ein Glasfasernetz der Telekom wechseln zu können". Bei rund 40 Millionen Festnetzanschlüssen bleibe auf absehbare Zeit ein baldiger Wechsel auf ein Glasfasernetz der Telekom unmöglich.

"Höhere Preise für gleiche Qualität auf alten Kupferleitungen wären aber unfair und von Seiten der Wettbewerber wollen wir nicht dabei helfen, diese durchzusetzen. Dabei stehen die Wettbewerber der Telekom allerdings vor einem Dilemma. Gäben sie die Preiserhöhungen nicht weiter, wären sie nicht mehr wettbewerbsfähig", verdeutlicht Grützner. Laut VATM bestehe bei vielen Kostenelementen durchaus erheblicher Spielraum, um steigende Kupfer- oder Tiefbaupreise auszugleichen und langfristig für stabile Preise zu sorgen. Der Telekom dürften ihre längst abgeschriebenen Kupfernetze und Vectoring nicht ein zweites Mal vergoldet werden. "Das wäre sicher der falsche Weg zur Digitalisierung des Landes", so Grützner.

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