Neue Preisrunde

VATM warnt: Telekom plant Preiserhöhung für VDSL-Anschlüsse per Bitstrom

Die Wettbewerber der Telekom sind noch auf Jahre auf VDSL-Anschlüsse über Leitungen des Bonner Konzerns angewiesen. Die Telekom hat nun ein Preismodell mit höheren Preisen vorgelegt. Dies würde den Glasfaserausbau laut VATM bremsen.

Jörg Schamberg, 09.10.2020, 13:27 Uhr
KupferleitungÜber das alte Kupferkabelnetz der Telekom können Wettbewerber VDSL-Anschlüsse per Bitstrom nutzen.© demarco / Fotolia.com

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warnen vor einer neuen Preisrunde für Kupferanschlüsse des Bonner Konzerns. "Der jüngste Antrag der Telekom, die künstlich hohen Bitstrom-Nutzungspreise für VDSL- und Vectoring-Anschlüsse für die Wettbewerber noch weiter zu erhöhen, wird den Glasfaserausbau bremsen statt ihn zu beschleunigen", so VATM-Verbandspräsident Martin Witt.

VATM befürchtet deutliche Preissteigerungen

Die Telekom habe ein komplexes Preismodell vorgelegt. Dieses würde für die Wettbewerber bei den Bitstrom-Vorleistungsprodukten zu deutlichen Preissteigerungen führen. Über Bitstrom versorgen die Wettbewerber der Telekom 7,7 Millionen Internetanschlüsse. Bitstrom sei somit bereits deutlich wichtiger als die klassische Teilnehmeranschlussleitung (TAL). Der VATM kritisiert, dass die Preise aufgrund gestiegener Kosten für Tiefbau und Kupfer angehoben werden sollen, obwohl die Telekom seit vielen Jahren keinen Meter Kupfer neu verlegt habe.

Glasfaserausbau kann mit Open Access ohne Telekom-Regulierung auskommen

Beim Glasfaserausbau sei man auf dem richtigen Weg. Eine Preisregulierung drohe der Telekom beim Glasfaserausbau nicht. Dies gilt nach Ansicht der Bundesnetzagentur allerdings nur, wenn mit Open Access und kommerziellen Vereinbarungen ein Konsens zwischen allen Marktteilnehmern erreicht werden könne. Die Preise würden im Markt ausgehandelt, was der VATM stets gefordert habe.

Höhere Preise für Kupferanschlüsse: Geld fehlt für den Glasfaserausbau

Werden die Preise für die Wettbewerber dort erhöht, wo man beim Datenverkehr noch auf die Kupferanschlüsse der Telekom angewiesen sei, hätte dies schwere Folgen für den Glasfaserausbau. "Dies entzieht den massiv ausbauenden Unternehmen Investitionskapital und lässt die Telekom noch länger am künstlich lukrativ gerechneten Kupfernetz festhalten", erklärt Witt. Es fehle ein Anreiz für die Telekom zum verstärkten Glasfaserausbau und zum Verzicht auf das leicht verdiente Geld durch das Kupferkabelnetz. Nur der stärker werdende Ausbauwettbewerb würde die Telekom zum Handeln zwingen, nicht aber überhöhte Kupferpreise.

Wettbewerber noch auf viele Jahre auf VDSL-Anschlüsse angewiesen

Die Wettbewerber zahlen seit 20 Jahren monatliche Entgelte an die Telekom, die auf Basis fiktiv festgelegter Neubaukosten erfolgen. "Der Telekom zuzugestehen, immer weiter fiktive Neubaukosten abzurechnen, lässt sich mit den Erfordernissen des Marktes, des fairen Wettbewerbs und dem Ziel eines schnellen Gigabitausbaus nicht mehr in Einklang bringen", erklärt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Die Wettbewerber würden zwar bereits viele Gigabit-Anschlüsse realisieren, doch ein großer Teil der Unternehmen müssen ihren Kunden noch viele Jahre VDSL-Anschlüsse anbieten. Es werde noch auf Jahre hinaus den fairen Wettbewerb auch bei VDSL und Vectoring geben.

"Wir wollen gerne mit der Telekom gemeinsam den Ausbau voranbringen. Dafür benötigen wir neue faire Regeln für eine verlässliche und langfristig planbare Preisstruktur, die alle Investoren unterstützt und nicht ein Unternehmen bevorteilt", fordert VATM-Präsident Witt.

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