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VATM und BREKO: Telekom blockiert Breitbandausbau der Wettbewerber

Die Wettbewerber der Telekom, die in den Verbänden VATM und BREKO organisiert sind, kritisieren eine Blockade der Telekom beim Breitbandausbau. Selbst wenn Wettbewerber die Kosten für die Errichtung von Kabelverzweigern übernehmen wollten, sperre sich die Telekom.

10.06.2014, 18:46 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Mit heftigen Vorwürfen gegen die Deutsche Telekom meldeten sich BREKO und VATM am Dienstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung zu Wort. Die beiden Verbände, in denen ein Großteil der Wettbewerber des Bonner Konzerns organisiert sind, werfen der Telekom zum wiederholten Mal vor, den von den Wettbewerbern geplanten schnellen Breitband-Ausbau in ländlichen Regionen zu blockieren.

Telekom verweigert Errichtung neuer Kabelverzweiger

Die Telekom bremse den flächendeckenden Breitbandausbau auf dem Land und berufe sich dabei laut BREKO und VATM auf eine inzwischen veraltete Verfügung der Bundesnetzagentur. Demnach nimmt die Telekom laut den beiden Verbänden für sich das Recht in Anspruch, den Glasfaserausbau der Wettbewerber in Ausbaugebieten zu verhindern, wenn dort bereits die Hälfte der Bürger mit einer Surfgeschwindigkeit von 1 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) versorgt sind. Selbst wenn Investoren die Kosten übernehmen wollten, verweigere die Telekom angeblich eine näher am Kunden gelegene Errichtung neuer Kabelverzweiger mit Glasfaseranbindung.

"Um keine Kunden zu verlieren, blockiert die Telekom den Breitbandausbau der Wettbewerber", kritisiert VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Daher unterstützen beide Verbände auch die von dem norddeutschen Telekommunikationsanbieter EWE TEL bei der Bundesnetzagentur beantragte Einleitung eines Regulierungsverfahren gegen die Telekom. "Der Antrag der EWE TEL hat enorme strategische Bedeutung für den weiteren Breitbandausbau der alternativen Netzbetreiber in Deutschland", erläutert BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers.

Verbände: Schon wieder fast zwei Jahre verloren

Eine erste Anhörung fand bereits am vergangenen Freitag statt. "Wir sehen, dass der Regulierer hier sehr schnell arbeitet", betonen Grützner und Albers. "Zu solchen Verfahren sollte es aber eigentlich erst gar nicht kommen. Inklusive der vorher geführten Verhandlungen haben wir schon wieder fast zwei Jahre verloren", so das Fazit. Die Verbände fordern entsprechenden Druck von der Politik und insbesondere vom Bund als Miteigentümer der Telekom.

Die Verbandsvertreter rechnen vor, dass die Wettbewerber "vier Mal so viele Kabelverzweiger in ländlichen Gebieten wie die Telekom" erschließe. Der Bonner Konzern würde sich vor allem auf die Ballungszentren konzentrieren. Die Wettbewerber wollen bis 2018 mehr als 9 Milliarden Euro in den flächendeckenden Breitbandausbau investieren.

(Jörg Schamberg)

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