Runder Tisch

VATM und BREKO fordern Koordinierung von 5G- und Glasfaserausbau

Der Branchenverband VATM fordert einen runden Tisch, um den Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen zu optimieren. Auch der BREKO spricht sich für eine bessere Koordinierung aus. 5G könne Glasfaseranschlüsse nicht ersetzen.

5G© Piotr Adamowicz / Fotolia.com

Köln/Berlin - Nach dem Ende der 5G-Frequenzauktion melden sich auch die Branchenverbände VATM und BREKO zu Wort. Der VATM fordert einen runden Tisch von Marktteilnehmern und Politik. Der BREKO drängt darauf, nun die richtigen Weichen für den weiteren Glasfaserausbau in Deutschland zu setzen.

VATM: Glasfaserausbau und Mobilfunknetze nicht länger isoliert betrachten

VATM

Der VATM will mit einem runden Tisch den Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen optimieren. "Wir brauchen eine integrierte Lösung, denn Glasfaserausbau und Mobilfunknetze dürfen nicht länger isoliert betrachtet werden. Vorrangig eigenwirtschaftlicher Ausbau und Förderung müssen besser ineinandergreifen", so VATM-Präsident Martin Witt. Da die 5G-Auktion deutlich höhere Erlöse als erwartet gebracht hätte, müsse der Blick nun nach vorne gerichtet werden. "Wir brauchen eine sinnvolle Koordinierung, die den Ausbau sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk schneller vorantreibt und wirtschaftlich macht. Das noch immer in Arbeit befindliche Förderprogramm der Bundesregierung wird stärker als bisher den Ausbau von 5G-Netzen in den Fokus rücken müssen", betont Witt.

Kooperationen werden zukünftig wichtiger

"Dafür brauchen wir einen runden Tisch, damit sich alle Marktteilnehmer über das beste Konzept für die Zukunft verständigen können und Politik nicht losgelöst von der Wirtschaft Lösungen entwickelt, die sich in der Praxis nur schwer umsetzen lassen. Nicht gegeneinander, sondern miteinander muss das gemeinsame Ziel sein. Wir begrüßen den seitens der Telekom geäußerten Kooperationswillen. Die Bundesregierung könnte die Bundesnetzagentur als sachkundigen Vermittler nutzen. Kooperationen werden in Zukunft wichtiger werden denn je. Wir wollen marktwirtschaftliche Lösungen auch für Mobilfunk- und Serviceprovider finden", erklärt der VATM-Präsident.

BREKO: 5G nur als Ergänzung zu Glasfaseranschlüssen

BREKO

Der Glasfaserverband BREKO sieht 5G in Form einer mobilen Glasfaser als Ergänzung zu festnetzbasierten Glasfaseranschlüssen, diese könnten durch 5G aber nicht ersetzt werden. Der BREKO spricht sich für eine Koordinierung des vor allem von lokal und regional tätigen Netzbetreibern vorangetriebenem Glasfaserausbau mit dem geplanten 5G-Mobilfunkausbau aus. "Wir brauchen eine Gesamtstrategie für den Glasfaserausbau, um größtmögliche Synergien zwischen Festnetz- und Mobilfunkausbau zu ermöglichen. Nicht zielführend wäre dagegen eine davon losgelöste, ‚reine‘ Mobilfunkstrategie, wie sie von der Bundesregierung gerade vorbereitet wird", so BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers.

Die 5G-Auktionserlöse sollen komplett in das "Sondervermögen digitale Infrastruktur" fließen, mit dem beispielsweise Glasfaseranschlüsse für Schulen realisiert werden sollen. Der BREKO sieht dies jedoch kritisch. "Wir müssen in erster Linie den eigenwirtschaftlichen Ausbau stärken und voranbringen. Hierzu können zum Beispiel zielgerichtet und unbürokratisch eingesetzte Glasfaser-Gutscheine („Voucher“) für Endkunden und Unternehmen einen wichtigen Beitrag leisten", so Albers. "Für eine Förderkulisse, die den klar vorrangigen, eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau bis mindestens in die Gebäude sinnvoll ergänzt, brauchen wir eine Priorisierung der Förderung zugunsten bisher besonders schlecht versorgter und unwirtschaftlich erschließbarer, zusammenhängend bebauter Gebiete. Die Tiefbaupreise gehen heute schon durch die Decke. Das bereits bestehende Problem der erheblichen Kostensteigerung bei gleichzeitigem Fachkräftemangel im Bereich Tiefbau und Planung würde durch eine Flutung des Marktes mit weiteren Fördermitteln deutlich verschärft und die Geschwindigkeit und Dynamik im Glasfaserausbau insgesamt erheblich hemmen", so der BREKO-Geschäftsführer.

BREKO gegen isolierte Mobilfunkförderung

Eine von SPD und CDU/CSU vorgeschlagene isolierte Mobilfunkförderung dürfe es nicht geben. Dadurch würde die Nutzbarkeit wichtiger Synergiepotenziale von Festnetz- und Mobilfunkausbau verhindert. Die von den rund 190 Netzbetreibern des BREKO in Deutschland gebauten Glasfasernetze könnten auch von den Mobilfunkanbietern zur Anbindung der Basisstationen angemietet werden.

Von der aktuellen 5G-Auktion ausgeschlossen war der Frequenzbereich von 3,7 bis 3,8 GHz. Dieser sei für lokale Anwendungen reserviert und werde auf Antrag an interessierte Unternehmen vergeben. Der BREKO begrüßt dies. "Viele unserer rund 190 Netzbetreiber bauen lokal und regional zukunftssichere Glasfasernetze bis in die Gebäude oder bis direkt zum Anschluss des Kunden. Über die Zuteilung lokaler Frequenzen können sie Unternehmen maßgeschneiderte Angebote für 5G-Campuslösungen machen, die sich exakt nach deren individuellen und spezifischen Anforderungen wie etwa der Vernetzung mehrerer Standorte oder der Implementierung von Machine-to-Machine-Lösungen (M2M) richten und eine garantierte Netzabdeckung vor Ort bieten. Wichtig ist, dass das Antragsverfahren nach Abschluss der Auktion nun zeitnah startet, damit Großunternehmen und der Mittelstand schnellstmöglich von den 5G -Potenzialen profitieren können", erläutert BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers.

Jörg Schamberg

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