Entwarnung?

VATM: Mobilfunkstrahlung ist kein Grund zur Sorge

Der Branchenverband VATM begrüßt eine Bewertung von aktuellen Studien zur Handystrahlung durch die "Stiftung Warentest". Die Angst vor Gesundheitsgefahren durch Mobilfunkstrahlung sei unbegründet.

Jörg Schamberg, 30.08.2019, 12:03 Uhr
Handymast© Wolfgang Cibura / Fotolia.com

Köln/Berlin - Die "Stiftung Warentest" hat in ihrem "test"-Magazin (9/2019) aktuelle, vorhandene Studien zur Mobilfunkstrahlung analysiert und mit Experten bewertet. Das Fazit: Ein Grund zur Sorge bestehe kaum. Die schon seit Jahren geführte Debatte um mögliche Gesundheitsgefahren durch die Handystrahlung werde durch den 5G-Ausbau wieder angefacht.

Verbraucher können vorbeugen gegen Handystrahlung

Laut "Stiftung Warentest" hätten Langzeitstudien aus verschiedenen Ländern gezeigt, dass die Gesamtzahl an Hirntumoren in den letzten Jahrzehnten trotz einer stark gewachsenen Verbreitung von Handys nicht nennenswert gestiegen sei. Auch auf Spermien hätten Handystrahlen nur einen geringen Effekt. Verbraucher könnten aber selbst sicherheitshalber vorbeugen. Beim Telefonieren mit einem Headset mit Kabel oder Bluetooth sei die Strahlung deutlich geringer als mit dem Handy direkt am Ohr. Da sich die Sendeleistung des Smartphones an die Stärke des Mobilfunknetzes vor Ort anpasse, sollte bei schlechtem Empfang - etwa im Zug - eher nicht telefoniert werden.

VATM: Angst vor Gesundheitsgefahren durch Handystrahlung ist unbegründet

Der Branchenverband VATM begrüßte die aktuelle Bewertung der Studien durch die "Stiftung Warentest". "Endlich eine sachliche Analyse statt Panikmache, so VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Aus wissenschaftlicher Sicht gebe es keinen Anlass zur Sorge durch die Nutzung von Handys. Auch der neue Mobilfunkstandard 5G werde daran nichts ändern.

"Diese wichtige Untersuchung kommt zur richtigen Zeit", betont Grützner: "Aktuell stößt der geplante Ausbau von Mobilfunkmasten in vielen Kommunen auf Bedenken. Die Angst der Bürger vor möglichen Gesundheitsgefahren durch Strahlung ist groß – zum Glück aber unbegründet, wie die Analysen zeigen." Ein gut ausgebautes Netz von Mobilfunkmasten reduziere die Sendeleistung einzelner Handys. "Je schlechter das Netz, desto stärker muss die Funkverbindung des Handys sein", so der VATM-Geschäftsführer.

Außerdem sei Mobilfunkstrahlung nur ein Bruchteil der ohnehin vorhandenen Strahlung bei, denen die Menschen heute ausgesetzt seien. "5G ist der Schlüssel für eine Vielzahl neuer technologischer Möglichkeiten, die für unsere Gesellschaft unverzichtbar sein wird, von Smart Cars über Smart Energy bis zur gesamten vernetzten Welt der Dinge. Ohne 5G werden selbst eine Energiewende und zentrale Klimaschutz-Ziele nicht zu realisieren sein“, erläutert Grützner. "Panikmache sollte in unserem Land wichtige Zukunftsinnovationen und Investitionen nicht verhindern."

Update vom 04. September 2019, 13:15 Uhr: Kritik an "Stiftung Warentest" von diagnose:funk e.V.

Die unabhängige Umwelt- und Verbraucherorganisation diagnose:funk e.V. hat scharfe Kritik an der Bewertung der "Stiftung Warentest" zu Studien zur Handystrahlung geübt. Die weltweite Forschungslage zur Mobilfunk-Strahlung werde von der "Stiftung Warentest" grob falsch und verzerrt dargestellt. Kritische Studienergebnisse seien ins Gegenteil verdreht und wesentliche Aussagen verschwiegen worden. Zudem sei die Studienauswahl rudimentär und es seien Mobilfunk-freundliche Studien verwendet worden.

"Was sich "Stiftung Warentest" mit dem Artikel über riskante Handystrahlung im September-Heft geleistet hat, ist wirklich krass und weit jenseits der wissenschaftlichen Erkenntnisse", sagt Jörn Gutbier, Vorsitzender von diagnose:funk. "Die weltweite Studienlage zu Mobilfunk- und WLAN-Strahlung weist ganz klar vielfältige Gesundheitsgefahren nach, das kann niemand mehr verharmlosen oder gar wegdiskutieren. Dies ist außerdem durch Kontrollstudien verifiziert und von anderen Wissenschaftlern durch Überprüfungskommissionen bestätigt. Allein die Recherche auf www.EMF-Portal.de und auf www.EMFData.org hätte bei unvoreingenommener Analyse ergeben müssen, dass es so viele starke Hinweise auf Risiken durch Mobilfunk-Strahlung gibt, dass das Vorsorgeprinzip angewendet werden muss."

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