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VATM: "Glasfaser muss näher an die Häuser"

Vodafone wünscht den Zugang zum VDSL-Netz der Telekom. Die Bundesnetzagentur hatte zu einer Anhörung zu diesem Thema geladen. Der Branchenverband VATM fordert ein Entgegenkommen der Telekom.

16.09.2009, 18:14 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Der Zugang zum VDSL-Netz der Deutschen Telekom ist weiterhin umstritten. Die Bundesnetzagentur hatte am Mittwoch zur Anhörung zu Anträgen von Vodafone geladen. Der Mobilfunknetzbetreiber und DSL-Anbieter wünscht unter anderem Zugang zu Leerrohren und Kabelverzweigern des Telekom-Netzes, um das eigene Breitband-Angebot auszubauen.
Zugang zum VDSL-Netz der Telekom
Im Mittelpunkt der Entscheidung der Regulierungsbehörde stehe die Frage, "ob die Wettbewerber selbst zigtausende zusätzliche Verteilerkästen neben die großen neuen Multifunktionsgehäuse der Deutschen Telekom auf die Gehwege stellen müssen oder sinnvollerweise die Kästen der Telekom gegen Entgelt mitnutzen dürfen", so Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Branchenverbandes VATM.
Telekom gegen Mitnutzung von Verteilerkästen
Die Telekom spricht sich bislang gegen eine Mitnutzung der Verteilerkästen durch Wettbewerber aus. Für die Bürger und Kommunen wären zusätzliche Kästen auf den Bürgersteigen laut VATM aber nicht sonderlich attraktiv. Die Kosten für die modernen Glasfasernetze würden dadurch in die Höhe getrieben. Der VATM hat bereits wiederholt von der Telekom gefordert, die Verteilerkästen technisch so auszustatten und zu dimensionieren, dass diese auch von Konkurrenten gegen Entgelt genutzt werden könnten.
VATM: Telekom gestaltet Rahmenbedingungen unattraktiv
Auch der Zugang zu den Leerrohren der Telekom bekomme für den Glasfaserausbau direkt bis zu den Häusern der Kunden eine immer größere Bedeutung. "Der Ex-Monopolist versucht, die gesamten Rahmenbedingungen und damit in Folge auch die Preise so unattraktiv zu gestalten, dass sich Investitionen anderer Unternehmen kaum noch lohnen", wirft Grützner der Telekom vor. Die Anfang August von der Telekom gestellten Entgeltanträge für die VDSL-Netzöffnung sieht der VATM daher taktisch begründet. Es sollten Leistungen definiert werden, die für andere Unternehmen nicht marktgerecht seien. Hier müsse aber zunächst die Bundesnetzagentur die Leistungen definieren. Erst danach könne dann über Preise gesprochen werden.
Die Telekom spiele derzeit mit Regulierern und den Wettbewerbern. Der Ausgang des von Vodafone initiierten Verfahren sei "von zentraler Bedeutung für den gesamten zukünftigen Glasfaserausbau in Deutschland", so der VATM-Geschäftsführer.

(Jörg Schamberg)

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