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VATM fordert wirtschaftlicheres Linesharing

Während der VATM sich eine Senkung der Linesharing-Entgelte sowie der Einmalgebühren für die TAL wünscht, forciert die Telekom eher eine Erhöhung.

13.06.2005, 14:27 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Bis spätestens Anfang August trifft die Regulierungsbehörde eine wichtige Entscheidung über neue Vorleistungspreise der Telekom für alternative Breitbandangebote im Wettbewerb.
VATM will's günstiger
Heute findet bei der Regulierungsbehörde die öffentliche Anhörung zur Neufestsetzung der Gebühren für Linesharing sowie der Einmalentgelte für die TAL statt. Nur eine deutliche Senkung der Einmalentgelte beim sogenannten Linesharing und der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) in diesen Verfahren wird nach Auffassung des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) die Investitionen in den Breitbandmarkt ankurbeln und Chancen für die schnellere Versorgung der Bevölkerung mit Breitbandzugängen eröffnen.
Deutschland bei den Kosten oben
"Bei einer Gesamtbetrachtung der regulierten Linesharing-Entgelte im Vorleistungsbereich ist Deutschland hier im europäischen Vergleich das drittteuerste Land und nimmt beim Ringen um die vordersten Plätze im Breitbandmarkt allenfalls einen Spitzenplatz bei den Kosten ein", erläutert Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM. Nicht zuletzt deshalb vermutete die EU-Kommission bereits zu Beginn des letzten Jahres eine missbräuchliche Preis-Kosten-Schere bei den Entgelten der Deutschen Telekom für den Breitbandzugang.
Telekom fordert weiterhin Erhöhung
Nicht nachvollziehbar sei laut VATM daher auch die neue Forderung der Deutschen Telekom, die monatlichen Preise für Line-Sharing um fast das Doppelte anzuheben. Denn sie verletzt ganz offen die im letzten Jahr mit der EU-Kommission erzielte Vereinbarung über eine dauerhafte Senkung der Line-Sharing-Entgelte. Deutschland nicht oberste Liga
Da alternative Zugangsvarianten wie Bitstream Access in Deutschland noch immer keine Rolle spielen, müsse die Regulierungsbehörde nun wesentlich genauer auf die Ausgestaltung der Vorleistungen achten, die auf der letzten Meile basieren - Teilnehmer-anschlussleitung ebenso wie Line-Sharing, fordert der VATM. Ein Vergleich mit dem Wettbewerb in anderen Ländern zeige, dass Deutschland in dieser Hinsicht noch einiges nachzuholen hat.
Angesichts der am 30. Juni auslaufenden Entgeltgenehmigung für die aktuellen Linesharing-Entgelte und die Einmalentgelte für die TAL entscheidet die Regulierungsbehörde über neue Tarife. Der Forderung der EU nach niedrigeren Tarifen bei Line-Sharing war die Telekom zunächst mit 2,43 Euro gefolgt, fordert mit dem aktuellen Antrag jedoch entgegen den Vorgaben der EU eine Erhöhung auf 4,77 Euro pro Monat und Kunde. Die im Vergleich zu Resale und DSL-Endkundentarifen wesentlich überhöhten Einmalentgelte sollen nach dem Antrag der DTAG teilweise gleich bleiben oder deutlich erhöht werden.
Über Linesharing
Linesharing ist ebenso wie die TAL ein für DSL-Produkte wesentliches Vorleistungsprodukt. Dabei müssen Wettbewerber wie bei der Nutzung der TAL eigene Infrastruktur bis zu den sogenannten Hauptverteilern (circa 8000 in Deutschland) aufbauen, um dort eigene DSL-Technologie einzusetzen. Bei Linesharing wird im Gegensatz zur TAL nur der für ADSL genutzte Frequenzbereich der Teilnehmeranschlussleitung genutzt.

(Tobias Capangil)

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