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VATM fordert Konzept für Breitbandausbau

Breitband gehört die Zukunft , da sind sich auf der CeBIT alle einig. Im Visier der Wettbewerber: Platzhirsch Telekom.

11.03.2005, 11:00 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Der "Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V." – kurz VATM – springt nun schon seit Jahren in die Bresche, wenn es darum geht, den Telekom-Wettbewerb zu vereinen und dem Rosa Riesen ein "Dagegen"-Schild unter die Nase zu halten. Mittlerweile vertritt der Verein die Interessen von 38 Unternehmen der Branche und als Haupt-Antipol zur Deutschen Telekom AG ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM, eben dieser die Schuld gibt, am Zustand des deutschen Breitband-Marktes.
Anschluss-Verlustängste bei DSL
Nur 16 Prozent der deutschen Haushalte verfügen über DSL – wir berichteten darüber. Für Jürgen Grützner ist diese Zahl keine Überraschung: "Der Grund für den vergleichsweise äußerst geringen Ausstattungsgrad ist nicht mangelndes Interesse der deutschen Internet-Nutzer", betont er. Vielmehr lägen die Gründe für eine schleppende (oder gar nicht erst vorhandene) Befriedigung der Nachfrage bei der Deutschen Telekom AG, der ein Großteil des Netzes gehört.
Sie komme in den Ballungsgebieten mit Installationen oder Umschaltungen nicht nach und in vielen Regionen fehlen sogar immer noch die Möglichkeiten, überhaupt DSL anbieten zu können. "Wo Glasfaser verlegt wurden, die DSL-Protokolle nicht unterstützen, scheut die Deutsche Telekom die Erschließung," so Grützner, "baut aber dort gezielt aus, wo junge Unternehmen gerade in den Startlöchern stehen." Das rieche auffällig nach einer gezielten Torpedierung des Breitbandausbaus – und gibt der Remonopolisierungs-Angst wieder Feuer – die seit Anbeginn der Liberalisierung kursiert.
Restauration statt Innovation
Der VATM befürchtet, dass die Telekom versucht, die Investitionen in alternative Infrastrukturen zu stören, indem sie durch rein strategischen Wettbewerb im Bereich neuer Technologien ihre marktbeherrschende Position ausbaut. Sein Wunsch ist es daher, die alternativen Zugangswege den alternativen Anbietern zu überlassen: "Das im Anschlussbereich noch immer mit Abstand marktbeherrschende Unternehmen darf keinesfalls Zugang zu noch weiteren Anschlussalternativen, zum Beispiel per Funk, erhalten." Hierdurch gehe der Anreiz verloren, die vorhandene Infrastruktur zu modernisieren – und die neuesten Bemühungen der Telekom in Sachen Wi-Max scheinen ihm Recht zu geben.
DSL-Atlas soll helfen
Auch die Pläne der Bundesregierung, einen Atlas der Anschlusstechnologien in Deutschland zu erstellen, um mehr Markttransparenz zu schaffen, werden maßgeblich vom VATM unterstützt. Der Atlas soll verdeutlichen, wo welche Infrastruktur, die zumeist der Telekom gehört, besteht und wie diese zukünftig für den Ausbau noch nicht versorgter Gebiete genutzt werden kann. "Hier verzögert die DTAG seit Monaten jedoch erfolgreich die Zusammenarbeit", kritisiert Grützner, "letztendlich mit der Konsequenz, dass wir bei dieser gesellschaftspolitischen wichtigen Aufgabe in Deutschland immer mehr Zeit und den Anschluss an die führenden Industrieländer verlieren." Sollten wir also hierzulande jemals zu Rauchzeichen zurückkehren müssen, ist klar: nun hat die Telekom endgültig ihr Monopol zurück erlangt.

(Aleksandra Leon)

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