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VATM, BREKO und BUGLAS: Breitbandausbau braucht vielfältigen Wettbewerb

Spitzenvertreter der Branchenverbände VATM, BREKO und BUGLAS trafen sich am Dienstag mit Bundesminister Alexander Dobrindt. Die Verbände fordern ein Festhalten am Wettbewerb, denn lokale und regionale Carrier würden den Breitbandausbau vorantreiben - auch in ländlichen Gebieten.

05.02.2015, 08:28 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Der Breitbandausbau in Deutschland stand ein weiteres Mal in Berlin auf der Tagesordnung. Am Dienstag trafen sich Vertreter der Telekommunikationsverbände BREKO, BUGLAS und VATM zu einem Spitzengespräch mit Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Vor Ort kamen BREKO-Präsident Norbert Westfal, BUGLAS-Vizepräsident Theo Weirich sowie VATM-Präsident Martin Witt mit Minister Dobrindt zusammen. Die Verbände, in denen die Wettbewerber der Deutschen Telekom organisiert sind, machten bei dem Treffen klar, dass es hierzulande eine flächendeckende Breitbandversorgung nur mit einem vielfältigen Wettbewerb geben könne. Gerade die lokalen und regionalen Telekommunikationsanbieter hätten eine zentrale Bedeutung für Investitionen und Innovationen beim Breitbandausbau.

Zügige Umsetzung des Breitband-"Kursbuches"

Wirklich neu sind die Positionen der Branchenverbände allerdings nicht, sie wurden in den vergangenen Monaten immer wieder vorgebracht. Nach dem Motto: 'Steter Tropfen höhlt den Stein', versuchen die Lobbyisten, in Berlin ihre Forderungen durchzusetzen. Die Bundesregierung soll sich EU-Plänen entgegenstellen, die vor allem auf wenige große Telekommunikationsanbieter statt auf eine breite Vielfalt von Carriern abzielen.

VATM-Präsident Martin Witt forderte eine zügige Umsetzung der im Kursbuch der "Netzallianz Digitales Deutschland" aufgeführten Maßnahmen, um den Breitbandausbau zu beschleunigen. Glasfaser-Ausbauprojekte könnten laut BREKO-Präsident Norbert Westfal von zahlreichen Netzbetreibern mit "individuellen und innovativen Lösungen optimal" realisiert werden. Die Wettbewerber hätten seit der Marktliberalisierung bereits "deutlich mehr als die Hälfte der Investitionen in den deutschen TK-Markt" übernommen. Auch ländliche Gebiete hätten so von schnellem Internet profitiert.

Glasfaser für steigende Breitbandanforderungen erforderlich

"Natürlich ist die kurzfristige Verbesserung der Breitbandversorgung in Deutschland von herausragender Bedeutung. Bei allen Maßnahmen, die wir heute und in den kommenden Jahren umsetzen, dürfen wir aber nicht aus den Augen verlieren, dass wir uns mit Riesenschritten Richtung Gigabit-Gesellschaft bewegen", mahnte BUGLAS-Vizepräsident Theo Weirich an. Er erinnerte an die wachsenden Breitbandanforderungen durch Entwicklungen wie Machine-to-machine-communication, neue Mobilitätsformen oder weiterentwickelte Bewegtbild-Applikationen. Der wachsende Bedarf nach schnellen Internetzugängen lasse sich nur mit Glasfasernetzen befriedigen, "die bis mindestens in die Gebäude reichen", so Weirich.

Dort, wo sich der direkte Glasfaserausbau noch nicht rechne, würden die alternativen Carrier die Glasfaser bis zu den Kabelverzweigern (FttC) verlegen. Dadurch würde die Breitbandversorgung schon erheblich verbessert. Allerdings müsse für die Wettbewerber dazu an den Kabelverzweigern der physische Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) weiterhin sichergestellt sein.

Für Regulierung, aber gegen Regionalisierung

Die Verbände forderten ein Festhalten an der Regulierung, stellten sich aber gegen eine Regionalisierung der Märkte. Ansonsten würden die Entgelte für Vorleistungsprodukte wie etwa den Mietpreis für die TAL unkalkulierbar. "Regionalisierung bedeutet letztlich regulatorisches Rosinenpicken zugunsten des Ex-Monopolisten und zu Lasten dünn besiedelter Gebiete", erklärte Weirich. "Das Ziel muss daher sein, FttB/H so schnell wie möglich zu realisieren", betonte der BUGLAS-Vizepräsident.

BREKO-Präsident Norbert Westfal drang gegenüber Minister Dobrindt auf eine Verbesserung der Förderung. "Ausschreibungsbedingungen müssen grundsätzlich so ausgestaltet sein, dass sich alle Marktteilnehmer zu fairen Bedingungen beteiligen können", so Westfal.

Vor allem forderten die Netzbetreiber mehr Transparenz und "besseren Zugang zu Planungs- und Netzinfrastrukturdaten der Deutschen Telekom". Ansonsten könnten alternative Carrier nur schwer wirtschaftliche Angebote für den Breitbandausbau erstellen.

Die drei Verbände wollen sich künftig regelmäßig mit Minister Dobrindt austauschen. Das gemeinsame Ziel: Der flächendeckende Breitbandausbau soll vorangetrieben werden.

(Jörg Schamberg)

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