Brandgefahr an Bord

USA und Air Berlin: Komplettverbot für Samsung Galaxy Note 7 in Flugzeugen

Reisende in den USA dürfen nach einem Verbot des US-Verkehrsministeriums Samsungs Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 nicht mehr in Flugzeugen mitnehmen. Bei Missachtung drohen Strafen. Auch Air Berlin reagierte bereits.

Jörg Schamberg, 15.10.2016, 15:12 Uhr (Quelle: DPA)
Samsung Galaxy Note 7© Samsung Electronics GmbH

Washington/Berlin - Samsungs Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 ist von den US-Behörden komplett aus Flugzeugen in den Vereinigten Staaten verbannt worden. Es werde generell untersagt, Geräte dieses Typs sowohl bei Inlandsflügen als auch bei Reisen in die und aus den USA in die Maschinen mitzunehmen, teilte das Verkehrsministerium in Washington am Freitag mit. Das Verbot trete am Samstagmittag US-Ostküstenzeit (18.00 Uhr MESZ) in Kraft.

Verbot der Mitnahme des Galaxy Note 7 auch bei Air Berlin

Die Fluggesellschaft Air Berlin reagierte und verbot die Mitnahme des gefährlichen Smartphones auch auf ihren Flügen. Das Verbot gelte ab sofort, sagte eine Air-Berlin-Sprecherin am Samstag auf Anfrage. Ein Sprecher der Lufthansa teilte mit, das Unternehmen fordere seine Passagiere auf, die Geräte nicht auf US-Flüge mitzunehmen.

Die Gepäckkontrollen an deutschen Flughäfen werden aber nicht verschärft. "Das wird nicht von der Bundespolizei kontrolliert", sagte ein Sprecher der Bundespolizei, die für die Kontrollen zuständig ist. Verwiesen wurde von einem weiteren Sprecher auch auf die geringe Anzahl der Geräte.

In Deutschland nur einige hundert Geräte verkauft

Die hierzulande zuständigen Behörden, die European Aviation Safety Agency (EASA) oder das Luftfahrt-Bundesamt, waren am Wochenende nicht zu erreichen. Allerdings wurden etwa in Deutschland bislang nur einige hundert Exemplare des Geräts verkauft, zudem läuft bereits eine Rückrufaktion.

Das Bundesverkehrsministerium verwies am Samstag auf die Empfehlungen der EASA zum Umgang mit den Galaxy Note 7. Demnach sollten die Geräte während des Fluges ausgeschaltet sein, nicht geladen werden und sich nicht im aufgegebenen Gepäck befinden. Die Smartphones des Modells dürfen auch nicht als Luftfracht verschickt werden.

Das Modell Note 7 hatte zuletzt immer wieder angefangen zu brennen. Aus Sicht der US-Behörde stellen die Samsung-Geräte deshalb ein Sicherheitsrisiko dar. Das Telefon werde als "verbotenes gefährliches Material" betrachtet, erklärte das Ministerium.

Beschlagnahmung und Strafe bei Missachtung des Verbots

Bei Missachtung des Verbots wird es unangenehm. Sollten Passagiere versuchen, mit einem Galaxy Note 7 zu fliegen, kann das Gerät beschlagnahmt und der Besitzer bestraft werden. Wer es im aufgegebenen Gepäck transportiert, kann auch strafrechtlich verfolgt werden. Sieht ein Airline-Mitarbeiter jemanden mit einem Note 7 vor dem Boarding, muss diesem Passagier der Zugang zum Flugzeug verweigert werden, bis er das Telefon abgibt.

Samsung hatte das Smartphone am Dienstag wegen Feuergefahr endgültig vom Markt genommen. Bereits im September war nach ersten Batterie-Bränden eine weltweite Umtauschaktion eingeleitet worden. Zuletzt gerieten jedoch auch mehrere vermeintlich sichere Ersatzgeräte in Brand. Eins davon entzündete sich vergangene Woche in einem Flugzeug in den USA, als der Besitzer es kurz vor dem Start ausschaltete. Die noch am Gate stehende Maschine wurde geräumt.

US-Verkehrsminister: Sicherheit an Bord hat Priorität

Bereits seit über einem Monat durfte man in Flugzeugen keine Note-7-Smartphones benutzen, aufladen oder im Gepäck aufgeben. Es war aber erlaubt, sie in ausgeschaltetem Zustand in der Kabine zu haben.

Die Behörden seien sich darüber im Klaren, dass das Komplettverbot einigen Passagieren Unannehmlichkeiten bereiten werde, erklärte US-Verkehrsminister Anthony Foxx. "Aber die Sicherheit aller an Bord eines Flugzeugs muss Priorität haben." Ein Feuer in der Luft bringe viele Leben in Gefahr.

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