"Top 500"

USA bleibt Spitzenreiter bei Supercomputern

Wer betreibt die schnellsten Rechner der Welt? China und die USA bieten sich seit geraumer Zeit schon einen Wettkampf um die Spitzenplätze. Deutschland kann da nicht ganz mithalten, verzeichnet aber immerhin einen Achtungserfolg.

Server© Tomasz Zajda / Fotolia.com

Dallas - Die USA bauen ihre Vorherrschaft im Wettstreit um die schnellsten Supercomputer der Welt weiter aus. Doch auch Deutschland hat sich wieder einen Platz unter den Top Ten der schnellsten Maschinen erobert, wie aus der am Montag veröffentlichten Liste der "Top 500" hervorgeht. Die Anlage "SuperMUC-NG" am Leibnitz Rechenzentrum schaffte es mit einer Rechenleistung von 19,8 Petaflops (Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde) auf den achten Platz. Damit übertrifft der Lenovo-Rechner den vormaligen Spitzenreiter aus Deutschland, das modulare System "Juwels" am Jülicher Supercomputing Centre (6,2 Petaflops), deutlich. "Juwels" kommt nun auf Platz 26.

"Summit" auf dem ersten Platz

Inzwischen belegen fünf Anlagen aus den USA Plätze unter den ersten zehn schnellsten Maschinen. Der von IBM produzierte Supercomputer "Summit" am Oak Ridge National Laboratory nimmt erneut den Spitzenplatz ein und kann mit einer Performance-Steigerung von 122,3 auf satte 143,5 Petaflops den Abstand zu seinen Verfolgern weiter ausbauen. Den zweiten Platz hat sich "Sierra" am Lawrence Livermore National Laboratoryin Kalifornien mit 94,6 Petaflops erobert und verdrängt damit den einstigen Spitzenreiter "Sunway TaihuLight" am Supercomputing Center in Wuxi in China (93 Petaflops) knapp auf den dritten Rang.

Zuvor hatte China zwei Jahre lang die Liste angeführt, vor einem halben Jahr kehrten die USA mit "Summit" an die Spitze zurück. Laut der Herausgeber der Liste konnte China seinen Anteil der Anlagen zahlenmäßig erweitern, die USA liegen jedoch vorn, wenn es um die Performance der Supercomputer geht. Alle der fünf schnellsten unter den Top Ten werden vom US-Energieministerium betrieben.

Deutschland auf Platz acht

Deutschlands schnellster Rechner kommt im weltweiten Ranking auf Platz acht. Er steht auf dem Forschungscampus des Leibniz-Rechenzentrums in Garching bei München. In der Testphase wird er seit Ende September betrieben, Ende des Jahres soll er seine volle Leistung erreichen. Der Strombedarf wird komplett aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt. SuperMUC-NG - das NG steht für "Next Generation" - steht Forschern aus ganz Europa zur Verfügung und wird etwa für Anwendungen aus den Bereichen der Astro- und Festkörper-Physik, für die Katastrophen- und Umweltforschung sowie der Medizin genutzt werden. Anders als sein Vorgänger SuperMUC soll er noch komplexere wissenschaftliche Fragestellungen beantworten helfen.

Die "Top 500"-Liste wird seit 26 Jahren halbjährlich jeweils zur Supercomputer Conference veröffentlicht, die diesmal in Dallas (Texas) stattfindet. Sie gilt noch immer als wichtige Messlatte in der Branche, obgleich manche Kritiker die Art der Messung nicht mehr für zeitgemäß ansehen. Die Leistung wird nämlich jeweils nach dem sogenannten Linpack-Benchmark ermittelt, der zum Beispiel die Effizienz einer Anlage nicht erfasst. Bei komplizierten Berechnungen wie Simulationen in der Klimaforschung oder dem maschinellen Lernen geht es aber vermehrt nicht mehr allein um eine schnelle Berechnung, sondern um eine für die verschiedenen Arbeitsschritte optimierte Nutzung der Rechenleistung.

Marcel Petritz / Quelle: DPA

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