Milliarden-Deal

US-Webhoster GoDaddy übernimmt Host Europe

Der Webhoster Host Europe Group wird vom US-Konkurrenten GoDaddy geschluckt. Der Deal schlage mit rund 1,69 Milliarden Euro zu Buche. Der Großteil von Host Europe soll in das Geschäft von GoDaddy integriert werden.

Hosting© Tomasz Zajda / Fotolia.com

Scottsdale – Der US-Webhosting-Anbieter und Domain-Registrar GoDaddy kauft den ursprünglich aus Köln stammenden Webhoster Host Europe Group (HEG). Der HEG-Deal soll laut GoDaddy einen Umfang von rund 1,69 Milliarden Euro umfassen. Davon würden 605 Millionen an Anteilseigner fließen, außerdem würden Nettoverbindlichkeiten in Höhe von 1,08 Milliarden Euro übernommen. Die Übernahme soll im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen werden, wenn die zuständigen Regulierungsbehörden grünes Licht geben.

Großteil von Host Europe soll in Geschäft von GoDaddy integriert werden

HEG zählt rund 1,7 Millionen Kunden und verwaltet rund 7 Millionen Internet-Domains. Das Unternehmen ist derzeit im Besitz der Beteiligungsgesellschaft Cinven, die den Webhoster mit deutschen Wurzeln im August 2013 gekauft hatte. GoDaddy will den Großteil von HEG in das eigene Geschäft integrieren. Für die Managed-Hosting-Marke PlusServer würden jedoch strategische Alternativen gesucht, auch ein Verkauf sei möglich. HEG verfüge in Großbritannien und Deutschland über starke Marktpositionen, zu den Marken gehören unter anderem 123Reg, Domain Factory, Heart Internet und Host Europe.

Mit dem Kauf von HEG stärke GoDaddy seine schnell wachsenden internationalen Aktivitäten. In den vergangenen vier Jahren sei GoDaddy rund um den Globus in 56 Märkten aktiv geworden. Host Europe-Chef Patrick Pulvermüller werde künftig das Europa-Geschäft leiten. Zu Host Europe gehört auch die Konferenzreihe World Hosting Day. Diese will GoDaddy unabhängig weiterführen.

United Internet kam nicht zum Zug

Wie das "Handelsblatt" berichtet, war auch Ralph Dommermuths Internetkonzern United Internet an einem Kauf von Host Europe interessiert gewesen, unterlag beim Wettbieten letztlich aber GoDaddy.

Jörg Schamberg

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